Das nächste Talent in den Startlöchern:
Österreicher Alaba macht sich gut in Bayern

17-Jähriger will bei Bayern Amateuren durchstarten "Außergewöhnliches Talent mit exzellenter Mentalität"

Das nächste Talent in den Startlöchern:
Österreicher Alaba macht sich gut in Bayern © Bild: APA/Fohringer

David Alaba ist eine der heißesten Aktien Fußball-Österreichs. Im Alter von 17 Jahren steht das Ausnahmetalent in der kommenden Saison im Kader des FC Bayern München II, der in der 3. Liga und damit in einer deutschen Profi-Meisterschaft auf Punktejagd geht. Nicht nur beim DFB-Rekordmeister glaubt man an eine große Zukunft Alabas. "David ist ein außergewöhnliches Talent mit einer exzellenten Mentalität. Wir glauben, dass er sehr weit kommen wird", meinte Bayerns Nachwuchsleiter Werner Kern im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur.

"Talent ist das eine. Aber Mentalität und Wille sind das andere. Und David hat diesen unbedingten Willen, sich zu verbessern und zu entwickeln. Er hat den Biss, den man haben muss. Und das ist sehr wichtig. Denn der Profibereich ist ein Haifischbecken, da muss man widerstehen können, da muss man sich durchsetzen können", erzählte Kern über die große Fußball-Welt, der Alaba beim "FC Hollywood" in München Schritt für Schritt näher rücken möchte.

Unter den Fittichen von Mehmet Scholl
Der nächste Schritt ist ein großer, schließlich wird Alaba, dessen Vater aus Nigeria und Mutter von den Philippinen stammt, in der neuen Saison das jüngste Mitglied im Kader des FC Bayern II sein. Das dortige Trainerteam kann sich sehen lassen, als Cheftrainer fungiert Mehmet Scholl, dessen "Co" ist kein Geringerer als Gerd Müller. Verpulvern will man das Potenzial Alabas keinesfalls. "Wir werden ihn schützen und aufpassen, dass das in die richtige Richtung geht. Es wird Tiefen geben, und da werden wir ihm helfen, über diese hinwegzukommen", erklärte Kern.

Alaba war im Sommer 2008 von der Wiener Austria zu den Bayern gewechselt, damals sollen auch der AC Milan und Inter Mailand am Österreicher interessiert gewesen sein. Seine Bilanz nach einem Jahr beim Starclub, bei der er auch die U11-Mannschaft betreut, fällt euphorisch aus: "Ich fühle mich super wohl beim FC Bayern. Ich fühle mich wie zu Hause und bin sehr gut aufgenommen worden. Ich habe mich in diesem Jahr in München in allen Bereichen sehr gut weiterentwickelt." Seine langfristigen Ziele sind ein Platz in der Bayern-Kampfmannschaft und in weiterer Folge eventuell ein Transfer in seine Traumliga nach England, das i-Tüpfelchen wäre ein Vertrag bei seinem Lieblingsclub Arsenal.

"Eine Augenweide, ein Genuss"
Selbst ein harter Hund wie Hermann Gerland, der Co-Trainer von Bayern-Chefcoach Louis van Gaal, gerät ins Schwärmen, wenn er Alaba Fußballspielen sieht. "Er ist für sein Alter unglaublich weit, macht keine Fehler, spielt ohne Schnickschnack. Alaba ist eine Augenweide, ein Genuss." Bereits im Alter von 16 hat Alaba in der U19 der Bayern gespielt. Jupp Heynckes, der im Finish der vergangenen Saison Cheftrainer des A-Teams der Bayern war, wollte Alaba sogar zu einem Testmatch mitnehmen, doch die strengen Jugendschutzregeln in Deutschland - Alaba war damals noch 16 - ließen dies gesetzlich nicht zu.

Seit seinem 17. Geburtstag am 24. Juni darf Alaba nun auch im Senioren- sprich Profi-Bereich spielen und sofort wurde er in den Bayern-II-Kader berufen. Dort scheint mit Stürmer Daniel Sikorski (21) ein zweiter Österreicher im Aufgebot auf, Ligastart ist am 25. Juli auswärts gegen den FC Ingolstadt.
(apa/red)