Das große Stellenstreichen bei Siemens:
15.000 Jobs stehen weltweit auf der Kippe

Keine konkreten Abbaupläne für Österreich Standort Konzern-Boss Löscher will 1 Mrd. bis 2010 einsparen

Das große Stellenstreichen bei Siemens:
15.000 Jobs stehen weltweit auf der Kippe © Bild: Peter Löscher/EPA/Leonhard

Der von der Konzernspitze angekündigte Stellenabbau bei Siemens wird nach Informationen des "Handelsblatt" höher ausfallen als von Arbeitnehmervertretern zunächst befürchtet. Weltweit sollten bis zu 15.000 Arbeitsplätze in Vertrieb und Verwaltung wegfallen, will die Zeitung (Donnerstag) aus Arbeitnehmerkreisen erfahren haben. Ein Siemens-Sprecher bestätigte die Zahl nicht und erklärte lediglich: "Wir werden uns sehr bald dazu äußern."

Der Bezirksleiter der IG Metall Bayern, Werner Neugebauer, sagte am Abend in München laut Mitteilung, "uns sind keine Zahlen bekannt". Der Gesamtbetriebsrat habe zum Komplex des geplanten Konzernumbaus einen Fragenkatalog mit über 200 Fragen erstellt, den die Firmenleitung beantworten solle. "Die Firmenleitung arbeitet noch daran." Der Gesamtbetriebsrat habe zudem einen Rechtsanwalt eingeschaltet, "um die zeitnahe, umfassende und vollständige Information der Arbeitnehmervertretung beim Arbeitgeber juristisch einzufordern".

1 Mrd. Einsparung in der Verwaltung
Siemens-Chef Peter Löscher hatte angekündigt, dass die Vertriebs- und Verwaltungskosten des Konzerns bis zum Jahr 2010 um zehn Prozent und damit um 1,2 Mrd. Euro verringert werden sollen und klar gemacht, dass dies auch Arbeitsplätze kosten werde. "Wir werden das so sozialverträglich wie möglich gestalten", sagte Löscher der Tageszeitung "Die Welt".

Keine Pläne für Österreich
Siemens Österreich hat derzeit keine konkreten Pläne zu einem weiteren Stellenabbau, hieß es aus Wien.

In Österreich hatten Einsparungspläne schon im März für Aufregung gesorgt. Der Betriebsrat hatte sich gegen den Verkauf von 15 bis 18 Teilbereichen von Siemens Österreich mit rund 3.500 der in Summe 18.000 Mitarbeiter gestemmt. Nach heftigen Debatten ist ein guter Teil der Teilbereiche schließlich im Unternehmen verblieben. (apa/red)