"Das ist ein bodenloser Skandal": Stefan
Pichler über die Rettung der Hypo & Kärnten

Experte im NEWS.at-Gespräch zur Zukunft der Bank Keine Leichen oder gewinnende Lotterielose im Keller

"Das ist ein bodenloser Skandal": Stefan
Pichler über die Rettung der Hypo & Kärnten © Bild: Reuters/Bader

Aufatmen statt Hyperventilieren: Josef Pröll macht die Hypo doch noch happy. Mit 450 Millionen aus dem Staatssäckel und der Übernahme durch die Republik wird die schwer angeschlagene Kärntner Bank vor dem sicheren Ruin gerettet. Das aber ist nicht das Ende der Geschichte - die fängt für die Republik, aber auch die Bundesländer gerade erst an, wie NEWS.at im Gespräch mit Bankenexperte Stefan Pichler herausfindet.

Auf den Staat Österreich als neuen Eigentümer der ehemaligen Bayern-LB-Tochter kommen nun nämlich harte Nüsse zu. Zunächst gilt es, die Bank auf solide Beine zu stellen - auch hierzulande, wie Stefan Pichler von der Wirtschaftsuniversität Wien betont: "Das Geschäftsmodell der Hypo war sehr expansiv. Kroatien war nicht das eine Geschäft, das die Bank gekippt hat, wie dies beispielsweise bei der BAWAG der Fall war. Es wurden auch in Österreich Kredite an Unternehmen vergeben, bei denen andere vorsichtig waren. Das hat bei Landesbanken durchaus eine gewisse Tradition."

Diese Tradition durfte die Hypo allerdings zu weit treiben. Dank einer Politik, die sich in Sachen Hypo nicht gerade mit Ruhm bekleckerte: Beim Verkauf der Hypo an die BayernLB übernahm die Hypo eine hochriskante Haftung über 18 Milliarden Euro - eine Summe, die das südliche Bundesland mit einem Budget von zwei Mrd. Euro nie allein stemmen könnte. Diese Bürgschaft bringt nun nicht nur Finanzminister Pröll auf die Palme. "Das ist ein bodenloser Skandal, dass ein Landeshauptmann das Land finanziell versenken, dass ein einziges Land den ganzen Staat in Geiselhaft nehmen kann", empört sich Pichler über die Vorgehensweise in Kärnten - und fordert als Konsequenz eine massive Änderung der Verfassung, um derartigen Szenarien künftig vorzubeugen.

Böse Bank?
Wie aber soll die Hypo nun im Staatsbesitz stabilisiert werden? Diskutiert wird derzeit ein "bad bank"-Modell - die Spaltung der Hypo in einen soliden Teil für die normale Geschäftstätigkeit und in eine Gesellschaft, in die riskante Papiere ausgelagert werden. "Als Ganzes wird die Hypo schwer zu führen sein", pflichtet Pichler bei. "Man wird aber in jedem Fall versuchen, die Belastungen für den Steuerzahler zu minimieren", ist der Universitätsprofessor überzeugt.

Die sind im Fall Hypo schließlich ohnehin bereits beachtlich: Nachdem der Bund bereits letztes Jahr 900 Millionen zur Verfügung stellte, ist für den Fortbestand der Bank nun wieder ein staatlicher Beitrag von bis zu 450 Millionen erforderlich. Und wäre nicht denkbar, dass die Hypo in Zukunft noch mehr Steuergelder aufsaugen wird? Neue "Leichen im Keller", die in Prüfungen bislang unentdeckt blieben, vermutet Pichler jedenfalls nicht. "Es gibt keine Verlustfälle, von denen man noch nichts weiß".

Allerdings ist die Zukunft der Bank natürlich auch von der Konjunkturentwicklung abhängig: "Im Falle eines Wirtschaftswachstums von minus fünf Prozent wird die Hypo auch wie alle anderen Banken Probleme bekommen. Genauso möglich ist aber, dass es (die Verstaatlichung der Hypo, Anm.) für den Staat am Ende des Tages ein kleines Geschäft ist", stiftet Pichler Hoffnung. "An verborgene Lotterielose, die gewinnen", glaubt der Bankenexperte allerdings auch nicht.
(mei)

Kommentare

Aus der \"Rose...\" ist die \"Krise vom Wörthersee\" geworden. Wie unbedarft darf man sein, dass man in Kärnten trotzdem in die Landesregierung kommt?
Diese Frage drängt sich auf, wenn man den Scheuch im Fernsehen gesehen hat. Normalerweise drehe ich den Ton ab, wenn dieses grinsende Mundwerk am Bildschirm erscheint. Gestern nahm ich die Folter auf mich: Eine Katastrophe. der Mensch hat keine Ahnung von der Finanzwirtschaft und setzt einen oder die Tausender, die der Landes-Haupt- .... wie Almosen verschenkt, ins Verhältnis zur Bilanzsumme der Katastrophenbank. Vielleicht kann er , wenn er endlich von der politischen Bühne verjagt wurde zur Probe einmal einen einschlägugen Volkshochschulkurs besuchen.

pedronimus09 melden

Die Wähler haben das Wort Die Kärtner Wähler können es bei der nächsten Wahl ändern, und ich glaube sie werden es auch tun. dann wird dem Herrn
Scheuch das blöde Grinsen schon vergehen was er Gestern im Fernsehen gezeigt hat. die Steuerzahler zu verarschen ist wohl die größte Frechheit die man sich als Politiker erlauben kann.

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Re: Die Wähler haben das Wort Ihr Wort in Gottes Ohr. Ich fürchte nur, das wilde Bergvolk im Süden ist störischer als ein Esel und als man denkt und werden wieder diese Partie wählen - leider!

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Ist es in der Natur nicht auch so? Ist es in der Natur nicht auch so: Wer zu schwach ist, der stirbt. Das nennt man "natürliche Auslese"! Für diese idiotische Kärntner Politik, die von den BZÖlern auch noch als Sieg verkauft wird, muss der ganze Staat haften. Einfach sagenhaft! Der Pröll schwadroniert vor sich hin, dass es ihm jetzt reicht und was geschieht? Nichts! Das nennt man konsequent! Wenn man auf die Familie umgelegt ein Kind hat, dass störisch ist und ständig gegen geltende Regeln verstößt, dann hat es mit Konsequenzen zu rechnen. In der Politik passiert nichts. Diese Idioten von BZÖler dürfen anscheinend tun was sie wollen und niemand klopft ihnen auf die Finger. Nicht einmal das wilde zurückgebliebene Bergvolk im Süden, das diese Hämmer mit 45 Prozent gewählt hat. Ja Gleiches gesellt sich halt gern zu Gleichem.

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Re: Ist es in der Natur nicht auch so? 1) "natürliche auslese"? - ich glaub das haben wir schon längst hinter uns gelassen...sonst hät ma wohl kaum ein sozialsystem, welches die schwachen schützen soll!
(persöhnliche note: es gibt so viele wappler hier, die in freier natur schon 100 mal verhungert wärn)

2)was regst dich jetzt schon übern pröll auf? der hat 25 stunden lang verhandelt... dann ein zip interview gegeben und du gibts ihn keine 24 stunden zeit, dass er Kärnten einen deckzettel verpassen soll!...was erwartest du? so schnell geht das nicht! soll er mit einer Kalaschnikow da runter fahrn und alle daschießen?!...lächerlich
Und um dein "familienbespiel" aufzugreifen... bevor der vater den kind einfach "eine schmiert", sollte er sich wohl zuerst mit da mutter absprechen um eine angemessene strafe zu finden oder ned?

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Re: Ist es in der Natur nicht auch so? Nur eine kurze Frage an Sie:
Wie lange sind denn die da unten schon störisch? Erst einen Tag, oder eine Woche? Nein, seit Haider sind die eine eigenen Partie und niemand hat ihnen je auf die Finger geklopft. Da hätte der Papa (Pröll) aber schon lange mit der Mama (Faymann) oder umgekehrt reden können oder vielleicht nicht? Muss immer erst was passieren bevor was passiert?

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