Das Schicksal der Attentäter von Wien: Chaovali mit mehreren Ausbruchsversuchen

Abu Nidal fand 2002 mysteriöses Ende im Irak

Die beiden Überlebenden des Anschlages am Wiener Flughafen, Twafik ben Ahmed Chaovali und Mongi ben Abdollah Saadaoui, wurden 1987 in einem Schwurgerichtsprozess wegen zweifachen Mordes und zwölffachen Mordversuches sowie wegen Vergehen nach dem Waffengesetz schuldig erkannt und zu lebenslanger Haft verurteilt. Nur wegen zweifachen Mordes deshalb, weil die Untersuchungen ergeben hatten, dass nicht ausgeschlossen werden konnte, dass Eli Jana von einer Polizeikugel getroffen worden war.

Damit endet die Geschichte von Saadaoui. Der heute 46-Jährige verbüßt seine Strafe in der Haftanstalt Stein und fällt nicht weiter auf.

Chaovali brach mehrmals aus
Ganz anders Chaovali. Er machte auch später immer wieder noch Schlagzeilen: Im Mai 1995 flüchtete er aus der oberösterreichischen Strafanstalt Garsten. Das Unterfangen stand aber von Anfang an unter keinem guten Stern: Der nach wie vor als gefährlich geltende Mann verletzte sich schon beim Ausbruch am Bein und kam in der Folge nicht mehr weit. Im Keller eines Wohnhauses in Steyr wurde er - nach nicht einmal zwei Stunden in der Freiheit - wieder aufgestöbert.

Doch Chaovali konnte es nicht lassen: Im November 1996 fand er für einen neuen Fluchtversuch einen kongenialen Partner: Adolf Schandl hatte schon 1971 österreichweit Schlagzeilen gemacht, als er mit Walter Schubirsch und Alfred Nejedly durch eine Geiselnahme seine Flucht aus der Strafanstalt Stein erzwang und erst nach wochenlanger Flucht gestellt wurde. Gemeinsam mit einem dritten Häftling nahmen Chaovali und Schandl in Graz-Karlau drei Frauen als Geiseln. Die Polizei stürmte noch am selben Tag die Gefängniskantine, Chaovali wurde dafür zu weiteren 19 Jahren verurteilt.

Abu Nidal fand mysteriöses Ende
Abu Nidal schließlich, der Drahtzieher der Anschläge von Wien und Rom, wurde 1988 in der italienischen Hauptstadt für den Anschlag in Rom, der 16 Todesopfer gefordert hatte, in Abwesenheit zu lebenslangem Gefängnis verurteilt. Verhaftet wurde er zwar nie, dennoch ereilte auch den "Vater des Kampfes" das Schicksal - unter bis heute mysteriösen Umständen: Der irakische Geheimdienstchef teilte am 21. August 2002 mit, Abu Nidal habe Selbstmord begangen, um sich nicht vor einem Gericht in Bagdad verantworten zu müssen.

Die irakischen Behörden hatten zuvor stets bestritten, dass sich der Terrorist, den die USA schon seit 1999 in Bagdad vermuteten, im Land aufhielt. Die Palästinenser bezweifelten die Selbstmord-Version aber immer, ihrer Lesart nach soll Saddam Hussein persönlich Abu Nidals Tod befohlen haben.

(apa/red)