Das Reich der Mitte rüstet weiterhin auf:
Militärausgaben Chinas drastisch gesteigert

China argumentiert Bemühungen mit Unterlegenheit USA habe ihren Aktionsradius im Pazifik ausgeweitet

Das Reich der Mitte rüstet weiterhin auf:
Militärausgaben Chinas drastisch gesteigert © Bild: Reuters/Cha-Chunming

China hat die massive Steigerung seiner Rüstungsausgaben mit der Gefahr einer Umzingelung von außen und der Bedrohung durch Separatisten im Inneren begründet. Zwar habe sich die Sicherheitslage der Volksrepublik verbessert, hieß es in einem Weißbuch des Verteidigungsministeriums. Jedoch seien die nach Unabhängigkeit strebenden Kräfte in Taiwan, Tibet und der westlichen Provinz Xinjiang weiter eine Bedrohung für die Einheit des Landes.

"Bei dieser Frage kann es keine Kompromisse und keine Zugeständnisse geben", sagte ein Sprecher bei der Vorstellung des Dokuments. China lebt seit längerem mit der Befürchtung, an seinen Grenzen von feindlichen Mächten eingekesselt zu werden, darunter Indien und Russland sowie die US-Verbündeten Südkorea und Japan.

Chinas Rüstungsausgaben lagen 2008 bei umgerechnet 61 Milliarden Dollar (46,3 Mrd Euro), eine Zunahme von 17,6 Prozent zum Jahr zuvor. Experten gehen davon aus, dass die tatsächlichen Ausgaben dreimal so hoch sein könnten. Mehrere Staaten, darunter Japan und die USA, kritisieren den Militärhaushalt als undurchsichtig. China weist darauf hin, dass die Ausgaben deutlich geringer seien als zum Beispiel die der USA. Der amerikanische Militärhaushalt soll 2009 einen Umfang von 515 Milliarden Dollar haben, eine Zunahme von 7,5 Prozent. Dazu kommen Ausgaben für die Kriege im Irak und in Afghanistan sowie Mittel für das Atomwaffen-Arsenal.
(apa/red)