"Das war amateurhaft": Rapid-Coach Pacult ist nach Niederlage gegen Sturm stinksauer!

"Ist es verboten, aus dieser Distanz zu schießen?" Sturm-Trainer Foda: "Hatten Glück des Tüchtigen!"

Eine einzige Sturm-Chance, die im Tor landete, und eine umstrittene Entscheidung von Schiedsrichter Manfred Krassnitzer genügten, um Rapids Erfolgsserie von sechs Spielen ohne Niederlage (vier Siege, zwei Remis) in der T-Mobile Fußball-Bundesliga zu beenden. "Bitter für uns: Sturm hat einmal aufs Tor geschossen, und man geht als Verlierer vom Platz", lautete die treffende Kurzanalyse von Rapid-Trainer Peter Pacult nach der 0:1-Niederlage in Graz.

Vor allem das Verhalten seiner Abwehr beim Gegentreffer ärgerte den Wiener maßlos. "Das war amateurhaft", meinte Pacult angesichts der Tatsache, dass sich Sturm-Angreifer Mario Haas gleich gegen drei Rapidler durchgesetzt hatte, um seinem heranstürmenden Teamkollegen Thomas Krammer die Führung per "Fersler" aufzulegen. "Die ganze erste Hälfte von uns war nicht gut, wir haben viel zu viele Fehler, vor allem im Spielaufbau, gemacht, sind eigentlich gar nicht nach vorne gekommen. Aber auch Sturm war nicht gut."

Daneben kritisierte der Coach der Hütteldorfer auch völlig zurecht den Unparteiischen: "Laut Krassnitzer ist der Sturm-Tormann beim Treffer von Vorisek behindert worden. Doch ich habe mir die Fernsehbilder vom Tor nach dem Spiel mehrmals angeschaut, es war ganz klar ein reguläres Tor. Aber vielleicht ist es verboten, aus dieser Distanz zu schießen und ins Tor zu treffen."

Eine "Kabinenpredigt" von Pacult sorgte schließlich dafür, dass sein Team nach der Pause aufwachte und auch nach dem Gelb-Rot-Ausschluss von Kincl wegen absichtlichen Handspiels im Strafraum (52.) Druck machte. "Die zweite Hälfte war okay. Da haben wir so gespielt, wie ich es mir vorgestellt habe", fand der 47-Jährige deshalb auch lobende Worte für seine Mannen.

"Doch davon können wir uns nichts kaufen. Es war diesmal eben viel Pech dabei. Zum einen wurde uns ein reguläres Tor aberkannt, zum anderen haben wir nach der Pause zweimal Aluminium getroffen. Es war also viel mehr für uns drinnen als nur ein Punkt. Wir haben uns den möglichen Sieg mit einer schlechten ersten Hälfte selbst weggenommen."

Während Pacult nach dem Rückfall auf Tabellenplatz vier sauer war, hatte Sturm-Trainer Franco Foda gut lachen. "Wir hatten das Glück des Tüchtigen. Ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment machen, denn sie hat das Resultat mit Geschick über die Runden gebracht", erklärte der Deutsche, der sich somit über ein verfrühtes Geschenk zu seinem 41. Geburtstag freuen durfte.

(apa/red)