Das Netzwerk der Pröll-Dynastie: Eine einzige Familie regiert Partei und Land

NEWS: Die Pröll-Boys mischen die Republik auf Wird LH Erwin Pröll der nächste Bundespräsident?

Das Netzwerk der Pröll-Dynastie: Eine einzige Familie regiert Partei und Land © Bild: APA/Jaeger

Tatsächlich, der nö. Landeshauptmann ist die Ausnahmeerscheinung. Nicht nur in der ÖVP, sondern in Österreichs Politik generell. Und europaweit: Seit 1980 in NÖ im Regierungsamt, mittlerweile 17 Jahre davon als Landeshauptmann. Nach diesen 29 Jahren Spitzenpolitik unverbraucht und mit immer extremerer Zustimmung der Bevölkerung: Kaum mehr steigerbare 54,4 Prozent bei der Landtagswahl 2008, inklusive parteipolitischer Huldigung mit sagenhaften 98 Prozent zuletzt bei der mittlerweile fünften (!) Kür zum Landesparteichef. Und das alles familiär komplettiert mit Neffe Sepp Pröll, ÖVP-Bundesparteichef. Die Pröll-Boys eben.

Neue ÖVP-Ära samt Umbau
Mit Bestimmtheit, Härte, taktischem Gespür und einer deftigen Portion Bauernschläue - Josef Pröll und sein Onkel Erwin haben nach Wolfgang Schüssel und Co eine neue Ära in der ÖVP eingeläutet. Es geht rund. Vor allem personell: Mit Pröll jun., dem 40-Jährigen, stellt Niederösterreich auf Regierungsebene den Finanzminister und den Vizekanzler.

Mit Michael Spindelegger stellt Niederösterreich nicht nur den Außenminister, sondern bald auch in der Nachfolge von Fritz Neugebauer den Bundeschef des mächtigen ÖAAB.

Mit Dorothea Schittenhelm, der streitbaren Bürgermeisterin von Bisamberg, stellt Niederösterreich zudem in Kürze den dritten Eckpfeiler in der neuen ÖVP-Führung, wenn sie Maria Rauch-Kallat als neue Frauenchefin in Schwarz ablöst.

Nichts geht ohne die Prölls
Und Niederösterreich dominiert zudem die neue Öffentlichkeitsarbeit der Bundespartei: Philipp Maderthaner, 27, und Gerald Fleischmann holte sich Pröll jun. von seinem Onkel in St. Pölten als Verstärkung in die Wiener Lichtenfelsgasse. Dass Josef Pröll zuletzt Ex-Innenminister Ernst Strasser im Alleingang als EU-Spitzenkandidat durchboxte, ist da nur mehr eine blau-gelbe Draufgabe. Immerhin "lernte" Strasser bei Pröll sen. das politische Handwerk, seinerzeit, als Parteigeschäftsführer und Klubchef im nö. Landtag, ehe er 2000 zum Minister aufstieg.

Fact ist: Nichts geht mehr in der ÖVP ohne die Prölls.

Alles zu Erwin Prölls Netzwerken und seiner möglichen Kandidatur als Bundespräsident lesen Sie im NEWS 14/09!