Das Geheimnis von Werner Faymanns

Will Kritiker überzeugen und die Krise beenden

Das Geheimnis von Werner Faymanns © Bild: Ricardo Herrgott

Beim SP-Parteitag will Faymann seine SPÖ-Kritiker überzeugen und die Krise beenden. Test. SP-Spitzenkandidat im NEWS-Härte-Check: Wie die Wähler ihn sehen. Seine Stärken und Schwächen.

Er hat seine Hausaufgaben gründlich gemacht - wie es sich für einen künftigen Parteivorsitzenden eben gehört. Und so hat Werner Faymann wenige Tage vor seinem großen Parteitag genau nachgeschaut, wie seine Vorgänger so abgeschnitten hatten. Und da kommt tatsächlich Überraschendes heraus: Bruno Kreisky, der legendäre rote Kanzler, hatte als Parteiobmann das schlechteste Ergebnis in der Geschichte der Sozialdemokraten eingefahren. Der spätere Langzeitkanzler musste sich damals freilich auf einem Kampfparteitag Bruno Pittermann stellen. Kurzzeitkanzler Fred Sinowatz hingegen erhielt als Kreiskys Nachfolger mit über 99 Prozent das allerbeste rote Parteitagsergebnis für einen SP-Obmann. Und so gibt sich Faymann vor seiner Kür gelassen: Er werde nicht "in eine Depression verfallen, falls das Ergebnis nicht so sensationell ist und manche noch Zeit brauchen um überzeugt zu werden", meint er im NEWS-Interview.

Am Freitag werden die roten Delegierten im Design Center in Linz den designier-ten SP-Chef zum tatsächlichen Parteivorsitzenden wählen. Und auch wenn die Mehrheit der Roten von einem ausgezeichneten Ergebnis für Alfred Gusenbauers Nachfolger ausgeht, zeigt sich Faymann vorsichtig: Er erwarte sich schon auch "kritische Diskussionen".

Faymanns "neuer" Weg. Immerhin will der Infrastrukturminister eine Abrechnung mit dem von der roten Basis vertriebenen Gusenbauer "keinesfalls" zulassen. Er stehe zwar für "einen neuen Weg", aber er werde weder die eigenen Leute noch die politische Konkurrenz verbal beschimpfen, kündigt er an. Faymann, der Mann, über den immer noch so viele rätseln, will schließlich seinem Stil als "kompromissorientierter Mensch mit klaren Prinzipien" treu bleiben.

Was aber kann der Mann , der gerne und oft lächelt, wirklich? Kommt sein Schmusen-statt-Streiten-Kurs bei den nach eineinhalb Jahren rot-schwarzem Dauerchaos leicht enervierten Wählern acht Wochen vor der Nationalratswahl tatsächlich an? Und vor allem: Hat der 47-jährige ehemalige Wiener Wohnbaustadtrat mit den glänzenden Beziehungen zu mächtigen Medienmännern wirklich die Eigenschaften, die einen Kanzler ausmachen? NEWS unterzog Werner Faymann einem großen Härte-Check. Das Meinungsforschungsinstitut market befragte 500 Österreicher nach ihrer Meinung über den roten Kanzlerkandidaten.

Sympathisch , aber nicht krisensicher. Über die derzeitigen Werte kann sich die rote Frohnatur jedenfalls wirklich freuen. Denn selbst wenn seine Partei in der Wählergunst nach wie vor hinter der ÖVP liegt, punktet Faymanns Samtpfoten-Kurs ganz offensichtlich: Stolze 63 Prozent der Befragten empfinden Faymann als sympathisch. 45 Prozent halten ihn für "führungsstark". 30 Prozent sprechen ihm diese Leadership hingegen ab. Und 25 Prozent können darüber "keine Angabem" machen.

Die ganze Story finden Sie im aktuellen NEWS-Magazin 32/2008