Das wird wohl kein Freundschaftsspiel:
Testspiel gegen Kamerun als Härtetest

Junge müssen sich für weitere Einsätze empfehlen "Das ist für jeden Spieler wie ein Qualifikationsmatch"

Das wird wohl kein Freundschaftsspiel:
Testspiel gegen Kamerun als Härtetest © Bild: Reuters/Ebenbichler

Österreichs Fußball-Teamchef Dietmar Constantini hält die Bezeichnung "Freundschaftsspiel" für das Duell mit Kamerun heute (20.30 Uhr/live auf NEWS.at) in Klagenfurt für unangebracht. Vielmehr gehe es vor allem für die Youngsters im aktuellen Aufgebot darum, sich mit ansprechenden Leistungen für weitere Einberufungen zu empfehlen.

"Das ist für jeden Spieler wie ein Qualifikationsmatch. Sie können zeigen, dass sie zurecht in der Nationalmannschaft stehen", betonte der Tiroler am Montag in St. Veit, wo sich die ÖFB-Auswahl auf das Kräftemessen mit Kamerun vorbereitet. Für die Partie gegen die "Unbezähmbaren Löwen" wurden bisher rund 20.000 Tickets abgesetzt.

Den Gegner bezeichnete Constantini als "absolutes Weltklasseteam. Aber wir haben uns in den letzten beiden Spielen auch nicht schlecht verkauft und zuletzt gegen Serbien auch spielerisch überzeugt. Ich gehe davon aus, dass sich die Mannschaft wieder so wie gegen Serbien präsentieren wird".

Trimmel und Drazan dürfen reinschnuppern
Auf allzu große Experimente dürfte der Teamchef verzichten, vielmehr steht der sportliche Erfolg im Vordergrund. "Wir sollten nicht glauben, wir können locker spielen, weil das ein Testmatch ist. Ich werde so aufstellen, dass wir erfolgreich sind", versprach Constantini, der keine Angaben zum künftigen Einser-Goalie machen wollte. Dafür wird er wohl Christopher Trimmel und Christopher Drazan zu deren ÖFB-Debüt verhelfen. "Es ist wichtig, dass solche Spieler reinschnuppern und Animo bekommen, dranzubleiben."

Für den Tiroler hat das Rapid-Duo entscheidende Vorzüge. "Beide sind schnelle Spieler, und wir brauchen schnelle Spieler, wenn wir international bestehen wollen. Dann noch zwei, drei große Spieler für die Standard-Situationen, und der Kas' ist gegessen."

Allzu viel Zeit zur Vorbereitung hat der Ex-Austria-Trainer nicht zur Verfügung. In der einzigen Einheit am Montag stand vor allem die Regeneration im Mittelpunkt, in den beiden Trainings am Dienstag sollen u.a. Standard-Situationen geübt werden. "Die Zeit zur Vorbereitung ist nicht lang, wir können nicht viel trainieren, auch weil viele Spieler zuletzt wegen des Europacups eine Doppelbelastung hatten. Aber das darf keine Ausrede sein", forderte Constantini.

Einige Problemzonen
Jammern wollte der Nationalcoach auch nicht über die ungünstige Personalsituation. Am Sonntag musste Rubin Okotie absagen, für ihn wurde Roman Wallner nachnominiert. Sebastian Prödl macht derzeit eine Schleimbeutelentzündung im rechten Knie zu schaffen und zu allem Überdruss steht hinter dem Einsatz von Paul Scharner, Ersatzkapitän für den rekonvaleszenten Emanuel Pogatetz, wegen einer Muskelverhärtung im Oberschenkel ein Fragezeichen.

Bei einem Scharner-Ausfall wäre Christian Fuchs ein möglicher Anwärter auf die Kapitänsschleife. Dabei war auch die Anreise des Ex-Mattersburgers ins ÖFB-Camp zuletzt nicht ganz sicher, denn sein Club VfL Bochum hätte sich für den Linksfuß nach einer überstandenen Knieverletzung noch etwas Schonung gewünscht. Erst nach einem Gespräch zwischen Constantini und den Vereinsverantwortlichen gab es Grünes Licht für Fuchs.

Fitgespritzter Stranzl muss kommen
Etwas anders lief es rund um die geplante Einberufung von Martin Stranzl. Der an einer Knieblessur laborierende Burgenländer bat Constantini in der Vorwoche, von einer Nominierung abzusehen, spielte allerdings am vergangenen Wochenende für seinen Verein Spartak Moskau, nachdem er fit gespritzt worden war. "Ich habe ihn dann angerufen und ihm erklärt, dass das nicht so gut rüberkommt", meinte Constantini, der aber auch Verständnis für Stranzl zeigte. Vor allem Legionäre würden sich in "Zwittersituationen" befinden, in denen es oft zu Überschneidungen von Club- und Nationalmannschafts-Interessen kommt.

Entscheidend ist laut Constantini jedoch die Bereitschaft, für die österreichische Auswahl einlaufen zu wollen. "Alle Spieler sind gern im Nationalteam. Das ist ganz wichtig, denn ich habe als Co-Trainer im ÖFB schon andere Zeiten erlebt, als Spieler froh waren, wenn sie nicht vom ÖFB angerufen worden sind."

Tormannfrage noch ungeklärt
Noch nicht gelöst ist auch die Tormannfrage. Michael Gspurning patzte in den vergangenen beiden Partien und steht diesmal nicht einmal im Kader, zudem erklärte Alexander Manninger seinen Team-Rücktritt, weshalb das Rennen zwischen den aktuellen Goalies Helge Payer, Jürgen Macho und Andreas Schranz offen scheint. Tormanntrainer Franz Wohlfahrt wollte sich noch nicht festlegen, wer gegen Kamerun zwischen den Pfosten stehen wird.

(apa/red)