Kinocheck von

So gut ist "Das ewige Leben"

Warum der Film wohl der beste aus der verfilmten Brenner-Reihe ist

Das ewige Leben © Bild: Dor Film

Jetzt ist schon wieder was passiert...! Nach „Komm, süßer Tod“, „Silentium“ und „Der Knochenmann“ kommt nun mit „Das ewige Leben“ bereits der vierte Brenner-Roman von Wolf Haas auf die Kinoleinwand. Warum der Film zwar naturgemäß nur ein Glied in einer Reihe ist, aber es dennoch schafft, aus dieser hervorzustechen, erfahren Sie im NEWS.AT-Kinocheck.

Worum geht es?


Brenner kehrt nach Graz zurück. In seine Heimatstadt, die Stadt seiner Jugend. Nicht dass der Brenner das gerne machen würde, aber aufgrund seiner finanziellen Situation, bleibt ihm nichts anderes übrig als völlig mittellos in das verlassene Haus seines Großvaters zu ziehen. Zurück in der steirischen Hauptstadt wird er mit seiner Jugend konfrontiert: Seinen einstigen Freunden, seiner Jugendliebe – und seiner großen Jugendsünde. Dabei ist es dieses Mal der Brenner selbst, der eine Kugel in den Kopf bekommt. Aber er erwacht aus dem Koma – und macht sich auf die Suche nach seinem mutmaßlichen Mörder; Obwohl ihm alle weis machen wollen, er habe sogar beim eigenen Selbstmordversuch versagt...

Wer spielt mit?

Mit dabei ist natürlich Josef Hader in seiner Rolle als Brenner. Ebenso zu sehen sind in „Das ewige Leben“ Roland Düringer als Brenners Schulfreund und Altwaren-Tandler Köck (seit langem wieder einmal in seiner einstigen Parade-Rolle als "Prolet") sowie Tobias Moretti als Schulfreund und nunmehriger Leiter des Landeskriminalamtes, Aschenbrenner. Nora von Waldstätten spielt die Schlüsselfigur Dr. Irrsiegler und Margarethe Tiesel Brenners Jugensliebe Maritschi.

Das ewige Leben
© Dor Film Moretti und Hader: Einst Freunde, jetzt Gegner

Was überzeugt?

Kurz gesagt: Alles. Es gibt beim neuen Brenner so gut wie nichts, das den Kinogenuss trübt. Bereits der Einstieg (Brenners Besuch am Magistrat auf der Suche nach Geld) ist überaus gelungen und gibt mit seiner trockenen Situationskomik trotz des tristen Themas den Ton für den gesamten Film vor. Und dieser Ton ist überaus gelungen. Dazu tragen vor allem drei Komponenten bei: Das – im Gegensatz zum Buch – doch stark vereinfachte Drehbuch, der Schmäh und das Schauspiel-Ensemble. Letzteres ist vor allem das Trio Hader-Düringer-Moretti, das in seinen einzelnen Elementen ganz und gar kein neues am österreichischen Film-Himmel ist, doch diese neue Dreierpaarung ist überaus stimmig – und komisch. Und die Komik, gepaart mit der vereinfachten Handlung, die sehr spannend gelungen ist, macht die perfekte Mischung aus. Dass mal ganz subtil, mal ganz und gar nicht, immer wieder der Grazer Fußballverein Sturm auftaucht, ist dabei nur noch das Tüpfelchen auf dem i.

Das ewige Leben
© Dor Film Roland Düringer zeigt sich nach langem wieder einmal in seiner einstigen Parade-Rolle: Als Prolet

Was überzeugt weniger?

Um diesen Punkt zu beantworten, müsste man schon etwas länger nachdenken. Würde man den Film nun ins Detail zerlegen, könnte der Steiermark-Kenner eventuell anmerken, dass die Dialekte der Hauptpersonen (bis auf Brenners Nachbarn, gespielt vom Obersteirer Johannes Silberschneider) nicht ganz den richtigen Klang treffen. Vor allem Tobias Moretti wirkt – ausschließlich in Bezug auf den steirischen Dialekt – etwas verloren. Bei genauerem Hinsehen bzw. Hinhören aber, passt auch dieser Klang gut zu dem gelackten wie unsympathischen Kriminaler. Bemängelt wird von Fans der Brenner-Literatur bestimmt auch die teils große Abänderung der Vorlage. Doch in Wahrheit stört dies den Kinogenuss in keinster Weise - vielmehr ist das Gegenteil der Fall.

Das ewige Leben
© Dor Film

Fazit

„Das ewige Leben“ ist aufgrund seiner Darsteller, seiner guten weil vereinfachten Story, seines Schmähs und der Atmosphäre, die durch die genannten Elemente geschaffen wird, die beste der bisher vier Brenner-Verfilmungen. Der Wermutstropfen dabei: Es wird für das Schöpfer-Trio Haas-Murnberger-Hader vermutlich schwer, das bei einem möglichen weiteren Brenner-Film noch zu übertreffen.

Kommentare