"Das ist das Ende der Formel 1": Nach FOTA schaltet auch FIA im Machtkampf auf stur

Teams mit Ankündigung einer Konkurrenzserie FIA: "Nicht überrascht von Unfähigkeit der FOTA"<br>Rennlegende Niki Lauda sieht Mosley in der Pflicht

"Das ist das Ende der Formel 1": Nach FOTA schaltet auch FIA im Machtkampf auf stur © Bild: Reuters

Der Internationale Automobil-Verband FIA hat wenig überrascht auf die Ankündigung einiger Formel-1-Teams reagiert, eine Konkurrenzserie gründen zu wollen. Nach Ablauf der Frist der FIA für bedingungslose Anmeldungen für die neue WM-Saison gab es keine Einigung.

Die fünf Teams McLaren-Mercedes, BMW-Sauber, Renault, Toyota und Brawn GP haben sich bisher nur mit Vorbehalt für 2010 eingeschrieben, lehnen es aber kategorisch ab, ihre Bedingungen fallen zu lassen. Die drei weiteren in der Teamorganisation FOTA involvierten Rennställe Ferrari, Red Bull und Toro Rosso wollen 2010 ebenfalls nicht teilnehmen. Die FIA geht allerdings davon aus, dass sie von entsprechenden Verträgen dazu gezwungen werden.

"Die FIA ist enttäuscht, aber nicht überrascht von der Unfähigkeit der FOTA, einen Kompromiss im besten Interesse des Sports zu erreichen", hieß es in der Stellungnahme. "Es ist klar, dass Elemente innerhalb der FOTA diesen Ausgang für die gesamte Dauer der Verhandlungen herbeiführen wollten und sich daher nicht mit gutem Willen an den Diskussionen beteiligt haben." Damit dürften unter anderem Ferrari und Renault gemeint sein.

"Ist das Ende der Formel 1"
Der Ferrari-Präsident und FOTA-Vorsitzende Luca di Montezemolo hatte immer wieder mit dem Austritt seines Teams aus der Königsklasse gedroht. Zuletzt hatte auch Renault-Teamchef Flavio Briatore die Schaffung einer Konkurrenzserie vorangetrieben. Sein Starpilot Fernando Alonso fand klare Worte. "Das ist das Ende der Formel 1. Eine neue Ära wird beginnen", meinte der spanische Doppel-Weltmeister.

Streitpunkt ist neben der Schaffung eines neuen Concorde Agreements, das die Verteilung der Vermarktungsgelder regelt, auch die Einführung einer Budgetobergrenze, die von der FOTA in ihrer aktuellen Form abgelehnt. FIA-Präsident Max Mosley hatte zuletzt allerdings angeboten, das optionale, mit technischen Freiheiten verbundene Etatlimit von 40 Millionen Pfund (46,6 Mio. Euro) auf ein allgemeingültiges von 100 Millionen Euro anzuheben.

Piloten mit Rennställen loyal
"Die FIA kann kein finanzielles Wettrüsten in der Meisterschaft zulassen, außerdem kann sie es der FOTA nicht erlauben, die Regeln der Formel 1 zu diktieren", ließ der Weltverband ausrichten. Sollten die Rebellen ihre Drohung einer Konkurrenzserie wahr machen, stünde die Königsklasse plötzlich ohne Teams da. Auch die Toppiloten um Alonso oder McLaren-Weltmeister Lewis Hamilton haben sich bereits mit ihren Arbeitgebern loyal gezeigt.

Bisher haben nur die aus der FOTA ausgetretenen Rennställe Williams und Force India bedingungslos für 2010 zugesagt. Dazu kommen die drei neuen Teams Campos, Manor und USF1, die die FIA bereits vergangene Woche bestätigt hatte. Eine Warteliste mit bis zu zehn Projekten gibt es zu den neuen, kostenreduzierten Bedingungen ebenfalls. Eines davon ist das österreichische Team Superfund um den Ex-Piloten Alexander Wurz.

"Wenn die FIA meint, dass sie lieber mit kleinen Teams als mit den großen fährt, dann soll sie das tun", sagte Alonso. "Das wird aber dann nicht mehr die Formel 1 sein. Diese Serie wird niemanden interessieren." Glanz und Glamour würden der Königsklasse abhandenkommen. Niki Lauda brachte es auf den Punkt: "Im Moment schaut es aus wie ein Totalschaden." Österreichs dreifacher Weltmeister sieht Mosley in der Pflicht, zu reagieren.

Ecclestone glaubt an F1-Zukunft
Auch Formel-1-Vermarkter Bernie Ecclestone hat den Ball in der Frage um die angekündigte Abspaltung Mosley zugespielt. "Ich habe keine Ahnung - bitte fragen sie Max", erklärte Ecclestone. Die Schlüsselfigur Mosley selbst war bisher aber zu keiner Stellungnahme bereit.

Als Vertreter der Investmentfirma CVC bangt Ecclestone zwar um den Wert der Vermarktungsrechte, sollten sich die FOTA-Teams tatsächlich abspalten. Dennoch sieht der 78-Jährige die Situation pragmatisch. "Die Formel 1 gibt es schon 60 Jahre und es wird sie auch die nächsten 60 Jahre geben", versicherte Ecclestone. "Auch wenn ich dann vielleicht nicht mehr dabei bin."

(apa/red)