Das Ausbeutungsmodell namens Ferienjob:
Jeder dritte Jugendliche arbeitet kostenlos

GPA-djp bemängelt bestehendes Informationsdefizit Probleme besonders in Branchen Medien & Tourismus

Insgesamt rund 130.000 Schüler und Studenten absolvieren jedes Jahr einen Ferienjob oder ein Praktikum, wissen aber oft nicht über die unterschiedlichen Beschäftigungsmöglichkeiten Bescheid. Nach wie vor nutzten viele Betriebe dieses Informationsdefizit und entlohnten die Jugendlichen nicht angemessen. Damit will nun die Gewerkschaft aufräumen.

Das Ausbeutungsmodell namens Ferienjob:
Jeder dritte Jugendliche arbeitet kostenlos © Bild: APA

Ein Viertel bis ein Drittel der Schüler oder Studenten bekommen überhaupt nichts bezahlt, resümierte GPA-djp-Vorsitzender Katzian bei der Präsentation einer IFES-Studie am Montag. Wichtig sei daher, dass die Schüler und Studenten sich über ihr Praktikum informierten, so Katzian, entweder auf der Homepage der Gewerkschaft oder in deren Jugendabteilung. In die Pflicht nehmen wolle er auch die Grundschulen, die in den höheren Klassen die Schüler auf die unterschiedlichen Möglichkeiten - Ferienjob, Praktikum und Volontariat - aufklären, sowie die Betriebe selbst, die arbeitsrechtliche Informationen bereitstellen sollten.

"Sehr bedenklich" sei zudem, dass vor allem bei Pflichtpraktika, die gesetzlich für die Ausbildung vorgeschrieben seien, eine Stelle vom "Netzwerk der Eltern" abhänge. Die Gewerkschaft wolle daher an Modellen arbeiten, damit genügend Praxisplätze zur Verfügung gestellt würden. Details seien aber noch keine bekannt, so Katzian. Aber wenn der Gesetzgeber ein Praktikum vorschreibe, dann sollte er auch für die entsprechenden Rahmenbedingungen sorgen. Gespräche mit der Unterrichtsministerin liefen.

Generell sei die relativ hohe Zufriedenheit mit Praktika in Österreich zu begrüßen, so Katzian. Das Ergebnis der IFES-Umfrage zeige, dass die kollektivvertraglichen Rahmenbedingungen eine positive Wirkung haben. Vor allem in Betrieben mit Betriebsräten habe man gute Regelungen gefunden. Probleme bzw. viele Anfragen gebe es aus den Branchen Medien und Tourismus.
(apa/red)