Das war wohl nichts mit dem 50. Titel: Federer verlor Montreal-Finale vs. Djokovic

Nadal-Bezwinger erkämpft sich Sieg gegen Schweizer Jugendfreundin Ana Ivanovic siegte in Los Angeles

Siege über die Top drei der Welt in Serie, zweiter Titel in einem Turnier der Masters Serie - der Serbe Novak Djokovic jubelte nach dem Finale gegen Roger Federer in Montreal über den bisher größten Erfolg seiner Karriere. "Unglaublich, das ist wie ein wahr gewordener Traum", freute sich der 20-Jährige nach dem 7:6 (2),2:6,7:6 (2) gegen den Weltranglisten-Ersten aus der Schweiz, dem er mit dem ersten Erfolg im fünften Duell den 50. Turniersieg vermasselte. Ana Ivanovic sorgte mit ihrem Erfolg in Los Angeles für ein serbisches "Double".

Djokovic verbesserte sich dank des Erfolgs über Titelverteidiger Federer in der Weltrangliste um einen Platz an die dritte Stelle. Eine derartige Steigerung hatte Peter Feigl prognostiziert, als er den "Shooting Star" schon früh im Jahr für die BA-CA-Trophy in der Wiener Stadthalle (8.-14.10.) verpflichtete. Djokovic, Halbfinalist der French Open und in Wimbledon, hat heuer schon mehr als 2,3 Millionen Dollar verdient.

Aus seinem Karriere-Ziel, die Nummer eins der Welt zu werden, macht Djokovic kein Hehl. "Bis dahin ist es noch ein weiter Weg", erklärte der von Ex-Profi Marian Vajda gecoachte Wahl-Monegasse. "Ich kann nicht sagen, ob ich es in einem Jahr oder in zwei Jahren schaffe. Ich werde fokussiert bleiben und ich habe noch viel Zeit."

Federer traut dem Youngster den ganz großen Sprung zu. "Er hat das Potenzial für ganz nach oben, man sieht praktisch Tag für Tag, wie er besser wird", sagte der 26-Jährige, der aber den Spanier Rafael Nadal derzeit noch stärker einschätzt und eigene Fehler für die Niederlage verantwortlich machte. "Ich will ihm nichts wegnehmen, aber am Sonntag habe ich ihm zum Sieg verholfen." Die Nummer eins hatte im ersten Satz sechs Satzbälle vergeben und als "Spezialist" beide Tiebreaks verloren.

"Mein Hauptziel für heuer war der Wimbledonsieg, das habe ich geschafft. Außerdem will ich die Nummer eins bleiben, dazu wäre ein Sieg hier hilfreich gewesen. Aber ich kann nicht alles haben und bin wegen eines Matches nicht enttäuscht", meinte Federer. Die Revanche könnte es schon diese Woche im Halbfinale in Cincinnati geben.

Nach eigenen Worten motiviert durch den Sieg ihres Jugendfreundes, sicherte sich Ivanovic ihren vierten Titel auf der WTA-Tour. Die 19-Jährige bezwang im Finale die Russin Nadja Petrowa 7:5,6:4 und verbesserte sich im WTA-Ranking von Rang fünf auf vier. Ivanovic und Djokovic kennen einander seit 14 Jahren. Sie trafen sich als Vierjährige im Restaurant von Djokovics Eltern und spielten Verstecken. "Ich hasste es, wenn ich ihn suchen musste, denn ich hatte immer Angst", erinnerte sich Ivanovic. "Es ist schön, jemanden so lange zu kennen. Ich verbringe noch heute gerne Zeit mit Novak."
(apa/red)