Bauernregel von

Darum verspäten
sich die Eisheiligen

Kommen laut ZAMG häufig erst um den 20. bis 25. Mai

Schneebedeckte Tulpen © Bild: iStockphoto.com

Die Eisheiligen (12. bis 15. Mai) gehören zu den verlässlicheren Bauernregeln - laut ZAMG kommt es aber häufig erst um den 20. bis 25. Mai zu den Kaltlufteinbrüchen. Dies könnte die Folge der Gregorianischen Kalenderreform sein, als im 16. Jahrhundert zehn Tage ausgelassen wurden, wodurch sich möglicherweise die Eisheiligen von ihrem meteorologischen Eintreffen entfernt haben.

Eine gängige Meinung ist, dass man empfindliche Pflanzen wegen der hohen Frostgefahr erst nach den Eisheiligen ins Freie stellen bzw. setzen soll. Dies hat einen wahren Kern, vor allem wenn man sich nicht ganz streng auf den Termin Mitte Mai festlegt. Alexander Orlik von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik: "In den letzten 20 Jahren gab es zum Beispiel in Innsbruck und St. Pölten durchschnittlich jedes Jahr ein Mal Bodenfrost im Mai." In Klagenfurt kommt eine Frostnacht im Mai durchschnittlich alle ein bis zwei Jahre vor, in Wien alle zwei bis drei Jahre, in Salzburg, Bregenz und Eisenstadt alle vier bis sechs Jahre und in Graz alle zehn. In Linz wurde in den vergangenen 20 Jahren kein einziges Mal Bodenfrost in diesem Monat gemessen.

Eine besondere Häufung von Minusgraden ist nicht rund um den Termin der Eisheiligen zu beobachten, sondern in den ersten zehn Maitagen am wahrscheinlichsten. Betrachtet man den Verlauf der mittleren Tagestemperatur im Mai, basierend auf den Daten der vergangenen 50 Jahre, erkennt man einen sehr markanten Temperatureinbruch zwischen 20. und 25. Mai, also wegen der Kalenderreform rund zehn Tage nach den Eisheiligen.

"Möglicherweise haben unsere Vorfahren das Wetter wirklich sehr gut beobachtet und eine meteorologische Besonderheit entdeckt", meinte Orlik. Denn im Mai heizt sich der europäische Kontinent deutlich schneller auf als das umgebende Meer. An der Grenze der warmen und kalten Luftmassen entstehen Tiefdruckgebiete, die polare Kaltluft bis nach Mitteleuropa bringen können. "Es ist gut möglich, dass aufgrund von konstanten Faktoren wie Sonnenstand und der Land-Meer-Verteilung dieser Mechanismus gehäuft zu Kaltlufteinbrüchen in der zweiten Maihälfte führt. Eine fundierte Untersuchung gibt es dazu aber noch nicht."

Heuer ist schon vor den Eisheiligen für kurze Zeit kalte und feuchte Luft nach Österreich geströmt. Am Dienstag hatte es meist nur um die zehn Grad, im Süden stellenweise bis 17. Der Mittwoch wird selbst in tiefen Lagen vereinzelt knapp unter dem Gefrierpunkt beginnen, vor allem im Gebiet von Salzburg über die Obersteiermark bis Niederösterreich. Tagsüber ist es am Mittwoch dann zunehmend sonnig und mild, mit 15 bis 20 Grad. In der zweiten Wochenhälfte bleibt es relativ mild, mit Höchstwerten um 20 Grad. Allerdings zeichnet sich ab Freitag eine wechselhafte Mischung aus Sonne, Wolken, Schauern und Gewittern ab.

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