Dark Shadows von

Weniger wäre mehr

Tim Burton-Film mit Johnny Depp als Vampir fällt durch.

  • Bild 1 von 15 © Bild: Warner Bros.

    Dark Shadows

    Johnny Depp ist Barnabas Collins.

  • Bild 2 von 15 © Bild: Warner Bros.

    Dark Shadows

    Ein Vampir, der von einer Hexe zu diesem gemacht wurde - und dann lebendig begraben.

neue Film „Dark Shadows“ zeigt: Leider so einiges.

Basierend auf der Ende der 60er-Jahre produzierten, gleichnamigen TV-Serie von Dan Curtis inszeniert Tim Burton nun die Vampirgeschichte „Dark Shadows“, in der Dauer-Spezi und Lieblings-Darsteller Johnny Depp den Blutsauger Barnabas Collins mimt – angeblich ein Kindheitstraum des Schauspielers. Ein Gefallen des Regisseurs für seinen Freund also? Mag sein, doch keinen Gefallen hat er damit leider seinen Fans getan.

Im Jahr 1752 wandert Barnabas Collins als Bub mit seinen Eltern von Liverpool nach Amerika aus, wo die Familie ein Fischerei-Imperium aufbaut und ein gesamtes Dörfchen nach ihnen benannt wird („Collinsport“). Doch auf der Familie lastet ein Fluch und so verliebt sich die schöne Angelique (Eva Green) in den, inzwischen erwachsenen, unverbesserlichen Frauenhelden Barnabas. Da dieser Angeliques Liebe aber nicht erwidert, verwandelt diese ihn in einen Vampir – um ihn im Anschluss lebendig zu begraben.

Zwei Jahrhunderte später, im Jahr 1972, wird der Untote durch einen Zufall aus seiner Gruft befreit und macht sich auf die Suche nach seiner Familie. Doch nicht nur der einst prachtvolle Familiensitz gleicht eher einer Ruine, auch die Familie ist komplett zerrüttet. Aber interne Querelen hin oder her, Barnabas will den Collins-Clan zurück zu altem Glanz und Ansehen führen – und gleichzeitig das Herz der schönen Victoria Winters, dem neuen Kindermädchen, gewinnen. Doch den noblen Vorhaben des Vampirs mit altmodischem Gehabe, der sich schwer tut , sich in den sexuell-revolutionären 70er-Jahren zurecht zu finden, stellt sich erneut eine Person in den Weg: Angelique, die noch auf der Erde weilt und wie der Zufall es will, das inzwischen führende Fischerei-Unternehmen in Collinsport leitet.

Too much to do
So hat Barnabas einiges zu tun: Vom Verbergen seiner Existenz als Blutsauger über die Gewinnung Victorias Herzens, dem Wiederaufbau des Imperiums bis zur Abwehr der immer noch rachsüchtigen weil immer noch in ihn verliebten, bösen Hexe reicht seine überquellende To-do-Liste. Und genau diese ist auch die ganz große Schwäche von „Dark Shadows“. Augenscheinlich wurde versucht, alle erzählenswerten Storylines aus der TV-Serie auch in den Film, einen einzige Film, zu packen – ein zum Scheitern verurteiltes Vorhaben. Keine Person und keine Story kann sich dadurch entfalten, an allen Ecken und Enden fehlt es an Tiefe, was einen Mangel an Einfühlungsvermögen hervorruft sowie in weiterer Folge schlichtweg zu Langeweile führt.

Burtons Gabe versagt hier
Die sonst so erfolgreiche Gabe Tim Burtons, skurrile und abgefahrene Parallelwelten zu schaffen, die in sich aber immer stimmig sind, geht dieses Mal leider nicht auf. Manche Augenzwinker-Szenen regen zwar trotz Konstruiertheit zum Schmunzeln an, doch das wahre Lachen bleibt im Halse stecken, denn bevor es raus kommt, wird schon wieder zum nächsten Schauplatz gewechselt – um Story für Story schön abzuarbeiten. Schade, weniger wäre hier eindeutig mehr gewesen.

Kommentare

.... soll ich mir den film anschauen? immerhin bleibt einem ja das lachen im halse stecken. naja, wenn ich mit weit überhöhten erwartungen und mit einer gewissen arroganz ins kino gehe, dann kann ich bei jedem film das haar in der suppe finden. leute, geniesst die abwechslung vom alltag. nicht jeder film muss extrem tiefgründig und depressionsfördernd sein. geniesst die leichtigkeit des seins. und nicht bei jeder kritik muss gleich mit der keule draufgehauen werden. in diesem sinne. cu in the cinema.

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