Darabos will Personalabbau: 20% weniger Beamte in Ministerium laut "profil" als Ziel

Eurofighter-Gegengeschäfte seien "Luftgeschäfte"

In einem Interview in der Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" kündigt Verteidigungsminister Norbert Darabos massive Personaleinsparungen an. "Im NATO-Land Ungarn gibt es in der Zentralstelle der Armee 500 Bedienstete. Wir haben über 1000. Ich würde gern 20 Prozent einsparen. Das personelle Gewicht muss zur Truppe hin verlagert werden", erklärt der SPÖ-Politiker. "Wir brauchen keine Armee, die sich selbst verwaltet, sondern ein Bundesheer, das im Einsatz bei Katastrophen oder im Ausland und beim Assistenzeinsatz an der Grenze seinen Mann oder seine Frau stellt."

Darabos kritisiert dazu seinen Amtsvorgänger Günther Platter, nunmehr Innenminister. Dieser habe "das heiße Eisen der Zentralstellen-Reform leider nicht wie geplant angefasst, sondern mir übergeben". Weiters will Darabos die Zahl jener Personen, die innerhalb der Heeresstruktur kein konkretes Aufgabengebiet haben, reduzieren. "Derzeit haben wir im Heer zu viele Personen, die auf nicht-systematisierten Posten sitzen, also eigentlich keine klare Tätigkeit zugewiesen bekamen", erläutert Darabos im "profil"-Interview.

Kritik übt Darabos auch an Wirtschaftsminister Martin Bartenstein im Zusammenhang mit den Eurofighter-Gegengeschäften. Dieser habe "Milchmädchenrechnungen" über angebliche Reduktionen angestellt: "Viele von diesen angeblichen Geschäften sind offenbar Luftgeschäfte."

Im Herbst soll auf Regierungsebene die Teilnahme von Bundesheer-Soldaten in den geplanten "battle groups" der EU für Kriseneinsätze im Ausland beschlossen werden. Darabos ist "prinzipiell dafür", will aber "noch einmal grundsätzlich über unsere Verteidigungsdoktrin diskutieren." Diese sei in den vergangenen Jahren "zu NATO-lastig" geworden.

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