Dancing Stars von

Dolly Buster, ungeschminkt

Alfred Strauch: Warum Dolly würdiger "Dancing Star" ist

Dancing Stars - Dolly Buster, ungeschminkt © Bild: NEWS

Frauen, die Perücken tragen, irritieren mich. Und dass Dolly Buster gern faked, davon war ich überzeugt. Dieses und noch andere Vorurteile poppten in mir auf, als ich in das ruhr potthässliche Wesel fuhr, wo Frau Busters Lusthaus steht. Dolly erschien pünktlichst. Eine Professionelle, dachte ich, und gerade als mir der Mund mit doppeldeutigen Fragen übergehen wollte, erkundigte sie sich nach der politischen Situation in Österreich. Meine Lust auf Erotik-Talk erschlaffte in der Sekunde. Umso leidenschaftlicher plauderte Buster über ihre Kindheit in Tschechien, als ihre Großmutter das Haus immer so stark aufheizte, dass man den ganzen Tag in Unterwäsche herumlaufen konnte. Omas Rat an die kleine Nora Dvoráková, so Dollys Mädchenname: „Wer in der Auslage sitzt, darf sich nicht wundern, wenn die Leute glotzen.“ Sie wollte immer berühmt werden, erklärte Buster, und ihr war klar, dass sie dafür einen Preis zu zahlen habe. Fazit: Dolly ist eine geile Oide. Eine, mit der ich die Nacht verbringen möchte. Nicht im Bett, sondern an der Bar. Mit multiplen Gesprächen. Dass Kathi Zechner die Idee hatte, Buster für den ORF zu verpflichten – ein Geniestreich. Und übrigens, Dolly Busters Glatthaarfrisur ist keine Perücke. Alles Eigenhaar. So schamlos echt, dass einem vor Erregung das Kapperl rot werden könnte.

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