Dancing Stars von

Der Kampf der Geschlechter

Schinkels & Frey gelten als Favoriten. Fußball-Crack & Schlager-Queen im Check.

Dancing Stars - Der Kampf der Geschlechter © Bild: ORF/Schafler/Montage: NEWS.AT

Die Dame und der Herr haben, vom gemeinsamen Ziel abgesehen, noch eines gemeinsam: Sie fühlen sich unwohl. "Ich bin über die Favoritenrolle, in die man mich drängt, gar nicht glücklich, denn ich befürchte, dass die Leute nicht mehr für mich anrufen", erklärt Schlägersängerin Petra Frey gegenüber NEWS. Und Fußball-Stratege Frenkie Schinkels gibt zu bedenken: "Dass ich bei 'Dancing Stars' so weit gekommen bin, das ist, wie wenn Ried plötzlich im Weltcupfinale mitspielt. Als Favorit gehandelt zu werden ist ein seltsames Gefühl, aber wenn man man so weit kommt, möchte man natürlich auch gewinnen."

Eine leise Kampfansage, die Petra Frey, nicht erst seit ihrem Antreten beim Song Contest anno 1994 in den Abgründen des Show-Business kundig, so kontert: "Jede Woche denkt man sich: Wie soll ich das bloß wieder toppen? Aber Frenkie und ich, wir beide im Finale? Ich glaube, das könnte für alle sehr, sehr spannend werden."

Mit Mittelmaß zu Höchstquoten.
Schinkels ist nicht Franz Beckenbauer und auch Frey - bei aller Liebe - nicht die Streisand. Dass frühere Hinterbänkler heimischer Prominenz zu Quotenrettern des ORF avancieren und bis zu 800.000 Zuseher binden, kommt für Insider dennoch nicht überraschend. Ex-Dancing-Star Dolly Buster zu NEWS: "Frey und Schinkels werden sich den Sieg untereinander ausmachen. Beide sind immer authentisch geblieben. Das schätzen die Zuseher." Marika Lichter, Gewinnerin der ersten Staffel anno 2005, konkretisiert: "Das Publikum braucht jemanden, mit dem es sich identifizieren kann. Keinen unerreichbaren Top-Promi, bei dem jede Bewegung perfekt ist und der dabei nie schwitzt. Bei 'Dancing Stars' soll jemand gewinnen, der sich bereits einen Namen gemacht hat, der einem aber das Gefühl gibt: Was der macht, könnte ich theoretisch auch."

Frey & Schinkels, favorisierte Widersacher wider Willen, beurteilen einander differenzierter. Er über sie, diplomatisch wie Königin Beatrix: "Petra Frey ist sensationell. Marco Ventre zu überrunden liegt mir natürlich im Blut. Das ist Mann gegen Mann. Aber gegen Petra zu verlieren wäre für mich keine Niederlage, denn sie ist einfach toll. Da kann ich nicht mithalten, sondern mich nur verneigen." Sie über ihn, blumig wie Reinhard Mey: "Ein total lieber, bodenständiger Kerl. Ich verstehe, dass Mädels für ihn anrufen. Unabhängig von seiner Größe besitzt er Größe."

Mann gegen Frau.
Klingt alles nett, spannender ist jedoch die Strategie, welche die Kontrahenten praktizieren, sobald sie gegeneinander antreten müssen. Frenkie Schinkels will auf Lockerheit setzen: "Wenn man in eine Situation hineingeht und ans Verlieren denkt, dann hat man bereits verloren. Man darf sich selbst nicht zu viel Druck machen. Das ist kontraproduktiv." Die Fußballerseele weiß, dass man nicht über das Feld hetzen muss, um Ballkontakt zu haben: Es reicht, wenn man sich ins Tor stellt. "Im entscheidenden Moment zuschlagen", so Schinkels mit Verweis auf die Bibel: "Es hat da mal so einen kleinen David und einen großen Goliath gegeben. Wie die Geschichte ausgegangen ist, weiß man ja."

Den biblischen Vergleich mit Goliath steckt Petra Frey locker weg, zumal sie laut eigenen Angaben eine "Körbchengröße" abgenommen hat. Dennoch hat die Tirolerin beschlossen, ihre Reize nicht zu offensiv einzusetzen. "Ich befürchte", schmunzelt sie, "in Sachen Sex-Appeal ist Frenkie kaum zu übertrumpfen." Vielmehr setzt sie auf einen lang geplanten "Überraschungs-Coup", der jedoch aus kampftaktischen Gründen nicht verraten werden dürfe. "Jetzt, wo es Richtung Finale geht, wäre es doch schade, wenn ich fliege", so Frey. Immerhin: Singen wird sie definitiv nicht, wie sie garantiert.

Endstation "Dancing Stars".
Was bis zum Finale am 18. Mai (20.15 Uhr, ORF eins) passiert, ist demnach relativ offen. Was danach geschieht, nicht: Außer Klaus Eberhartinger, der als spätberufener ORF-Moderator reüssiert, konnte kein Gewinner des Formats den Karriere-Boost der Show für sich nutzen. "Es ist eine TV-Show, eine dramaturgische Inszenierung, und nicht die Olympischen Spiele. Wenn 'Dancings Stars' vorbei ist, konzentriert sich die Aufmerksamkeit wieder auf andere Dinge. Und das ist auch gut so", analysiert Marika Lichter die Mechanismen medialen Interesses.

Petra Frey befürchtet nicht, in der Senkgrube der öffentlichen Wahrnehmung zu landen. Sie freut sich darauf, ihren Verlobten Gregor Glanz "wieder kennenzulernen". Den hat sie seit Wochen nicht gesehen. Und Schinkels? Der stellt sich wieder aufs Fußballfeld und wartet, dass ihm das Schicksal einen Ball zuwirft.