Damit Sie zuhause tief durchatmen können: Zimmerpflanzen sorgen für bessere Atemluft

Filtern 80% des Formaldehyds in vier Stunden heraus Wirkung untertags am effektivsten, nachts schwächer

Damit Sie zuhause tief durchatmen können: Zimmerpflanzen sorgen für bessere Atemluft

Sie sehen nicht nur hübsch aus, sie sorgen auch für eine bessere Atemluft, indem sie das vor allem in neu ausgestatteten Räumen recht verbreitete gesundheitsschädliche Gas Formaldehyd herausfiltern. Wenn sich die Innenraumluft mit Formaldehyd anreichert, kann es bei den Bewohnern zu Kopfschmerzen sowie allergieähnlichen Beschwerden kommen.

Koreanische Forscher untersuchten bei den beiden recht weit verbreiteten Zimmerpflanzen Birkenfeige (Ficus benjamina) und Zimmeraralie (Fatsia japonica), wie viel Formaldehyd sie aufnehmen können. Dabei wurden die sogenannten Absorptionsraten einerseits tagsüber und nachts sowie anderseits an den gesamten Pflanzen, nur an ihren unterirdischen Wurzeln oder nur am oberirdischen, beblätterten Teil der Pflanzen gemessen. Ergebnis: "Komplette Pflanzen konnten innerhalb von vier Stunden 80 Prozent des Formaldehyds aus der Innenraumluft entfernen", berichtet Michael Barczok vom Bundesverband der Pneumologen.

Wirkung tagsüber am stärksten
In Räumen ohne Pflanzen hat sich der Formaldehydgehalt hingegen nur um etwa sieben Prozent innerhalb von fünf Stunden vermindert. Auch hat sich gezeigt, dass die Pflanzen tagsüber mit den Blättern mehr Formaldehyd aufnehmen können als nachts, während die Absorption über die Wurzeln bei Tag und Nacht immer gleich groß ist. Das deutet darauf hin, dass ein Großteil des Formaldehyds von den Spaltöffnungen in den Blattoberflächen absorbiert wird, die nur tagsüber geöffnet sind. Nachts hingegen scheint das Formaldehyd nur noch über die feine Wachsschicht auf den Blättern aufgenommen zu werden, und das nur in sehr geringen Mengen.

Was Wurzeln und Blätter schaffen
Entscheidend für den Luftreinigungseffekt einer Zimmerpflanze ist die Größe der Pflanze: "Je mehr Blätter die Pflanze hat, umso mehr Formaldehyd kann sie während des Tages über die Spaltöffnungen aufnehmen." Für das nächtliche Absorptionsvermögen ist aber offenbar auch die Topfgröße entscheidend. Vermutlich sind vor allem die Mikroorganismen im Boden und im Wurzelsystem der Pflanze für die nächtliche Formaldehydaufnahme verantwortlich. (apa/red)