Damen-Team holt EM-Silber im Triathlon:
Nach Allen ist auch die Staffel erfolgreich

Kopenhagen: Nur Deutschland war noch schneller

Damen-Team holt EM-Silber im Triathlon:
Nach Allen ist auch die Staffel erfolgreich

Zwei Medaillen bei der EM in Kopenhagen. Österreich wird immer mehr zur Triathlon-Nation. Einen Tag nach Olympiasiegerin Kate Allen im Einzel holte auch die Damen-Staffel Silber. Eva Dollinger, Tania Haiböck und Schlussläuferin Allen mussten sich nach jeweils 300 Metern Schwimmen, 8 Kilometer Radfahren und 2 Kilometer Laufen nur den deutschen Damen um zwei Sekunden geschlagen geben. Bronze ging an die Schweiz.

Schon am Vortag im Einzel hatten neben Weltklasse-Athletin Allen auch Dollinger und Haiböck überzeugt. Beide schlugen sich auch in der Staffel beachtlich. Die Tirolerin Dollinger übergab unmittelbar hinter Deutschland an zweiter Stelle liegend an Haiböck, die Oberösterreicherin verlor daraufhin rund 50 Sekunden. Schlussläuferin Allen ging nach einer fulminanten Aufholjagd sogar in Führung, musste Anja Dittmer im Sprint aber noch einmal vorbeiziehen lassen.

"Gold wäre drinnen gewesen", gestand Allen. "Aber nach so einem Wochenende muss man ganz einfach zufrieden sein. Zwei Medaillen innerhalb von 24 Stunden sind großartig." Der Olympiasiegerin von Athen, die nach Einzel-Silber 2004 nun bei drei EM-Medaillen hält, hatte davor in den drei Weltcup-Rennen seit ihrer Rückkehr von der Ironman- auf die olympische Kurzdistanz von 1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren, 10 km Laufen nicht wirklich überzeugt.

Im Gegensatz zum Einzel ist der Teambewerb nicht olympisch, der internationale Triathlon-Verband (ITU) denkt aber darüber nach, den Bewerb für 2012 oder 2016 zu forcieren. Die erste Staffel-EM-Medaille in der Geschichte des österreichischen Verbandes (ÖTRV) ist auf alle Fälle ein Signal für die positive Entwicklung des Sports. "Das ist für uns im Moment nicht mehr zu toppen. Zwei Medaillen sind unglaublich", erklärte ÖTRV-Sportkoordinator Herwig Grabner. "Das ist die erfolgreichste EM unserer Geschichte."

Die gebürtige Australierin Allen habe durch ihren Olympiasieg einen wahren Triathlon-Boom ausgelöst. "Sie hat sehr viel bewegt. Die anderen haben einen Motivationsschub davon bekommen, dass sie gesehen haben, dass sie eigentlich gar nicht so weit weg sind", meinte Grabner. Dollinger war am Samstag als EM-Neunte ebenfalls in den Top Ten gelandet, Haiböck kam auf Rang 19. "Das ist ein sehr kompaktes Team, das sich über Jahre entwickelt hat", sagte Grabner.

Daher will das Trio auch am 12. August bei der Team-WM in Tiszaujvaros an den Start gehen. Auch Allen hat ihre Teilnahme einen Tag nach der Weltcup-Veranstaltung in Ungarn bereits zugesagt. Davor steht allerdings am 22. Juli noch der Heim-Weltcup in Kitzbühel auf dem Programm. Dafür hat sich unter anderem die Wahl-Tirolerin Allen, die in den kommenden zwei Wochen erneut in Davos trainieren wird, besonders viel vorgenommen.

(apa/red)