Damen stellen Favoritenrollen auf den Kopf:
Ivanovic, Jankovic und Kusnezowa draußen

Favoriten bei Herren bleiben beinahe unbeschadet Williams-Schwestern heiße Kandidaten auf Titel

Damen stellen Favoritenrollen auf den Kopf:
Ivanovic, Jankovic und Kusnezowa draußen © Bild: Reuters/Lamarque

Das Favoritensterben beim Tennis-Grand-Slam-Turnier von Wimbledon hat seine Fortsetzung gefunden. Jelena Jankovic, Nummer zwei des Turniers, kassierte gegen die Thailänderin Tamarine Tanasugarn eine klare 3:6,2:6-Niederlage. Somit sind erstmals seit Beginn der Open-Ära 1968 die drei topgesetzten Spielerinnen in Wimbledon noch vor dem Viertelfinale ausgeschieden.

Zuvor hatten bereits die Weltranglisten-Erste Ana Ivanovic (3. Runde) und die als Nummer drei gereihte Russin Maria Scharapowa (2. Runde) die Koffer packen müssen. Mit Swetlana Kusnezowa war im Achtelfinale außerdem für die Nummer vier des Turniers Endstation.

Federer und Nadal kamen weiter
Roger Federer wurde seiner Favoritenrolle indes gerecht. Der Weltranglisten-Erste und fünffache Serienchampion in Wimbledon setzte sich gegen den Australier Lleyton Hewitt klar mit 7:6,6:2,6:4 durch.

Auch Rafael Nadal schaffte mit einem eindrucksvollen 6:3,6:3,6:1-Erfolg über den Russen Michail Juschnij den Einzug ins Viertelfinale, musste aber kurzzeitig an der Wade behandelt werden. Die Nummer zwei der Welt trifft im Viertelfinale auf den britischen Lokalmatador Andy Murray. Der 21-Jährige schaffte nach Zweisatz-Rückstand gegen den als Nummer acht gesetzten Franzosen Richard Gasquet ein fulminantes Comeback und gewann unter dem Jubel der britischen Fans 5:7,3:6,7:6(3),6:2,6:4.

Noch kein Satzverlust bei Federer
Federer hat im bisherigen Turnierverlauf noch keinen Satz abgegeben. Gegen Hewitt war diese Statistik nur im ersten Durchgang in Gefahr. Später sollte der 26-Jährige den Erfolg im Tie-Break "als Schlüssel" zum letztlich ungefährdeten Erfolg über den Australier bezeichnen. Es war Federers 63. Sieg auf Rasen in Serie.

Mit Hewitt eliminierte der Schweizer außerdem den einzigen Wimbledon-Sieger im Draw, abgesehen von Federer selbst. Hewitt war auch der letzte Titelträger (2002) in London gewesen, bevor Federer seine unglaubliche Serie von fünf Wimbledon-Siegen in Folge in Angriff nahm.

Auch mit seinem Viertelfinal-Gegner Ancic verbindet Federer eine Geschichte: Der Kroate hatte ihm 2002 ausgerechnet in Wimbledon die bis dato letzte Rasen-Niederlage zugefügt. Federer nahm bereits mehrmals Revanche und bezwang den Weltranglisten-43. unter anderem vor zwei Jahren im Viertelfinale des Londoner Grand-Slam-Turniers. Heute werden sich die beiden an gleicher Stelle erneut gegenüberstehen.

Dabei könnten dem Kroaten die Strapazen des Achtelfinales zum Verhängnis werden. Ancic musste in seinem Duell mit dem an 22 gesetzten Spanier Fernando Verdasco über fünf Sätze gehen. In 3:49 Stunden rang der Kroate den Weltranglisten-18. mit 3:6,4:6,6:3,6:4,13:11 nieder.

Chancenlose Jankovic
Die Damen-Tenniswelt stellt Wimbledon nach und nach auf den Kopf. Am Montag verabschiedete sich die als Nummer zwei gesetzte Serbin Jankovic sang- und klanglos aus dem Turnier. Die 23-Jährige war bei ihrer 2:6,3:6-Achtelfinalniederlage gegen die ungesetzte Thailänderin Tanasugarn chancenlos. Die Weltranglisten-60. steht erstmals im Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers und ist mit 31 Jahren die älteste im Turnier verbliebene Spielerin.

Die Favoritenrolle wechselt somit klar ins Lager der Williams-Schwestern. Weder Venus noch Serena haben im bisherigen Turnierverlauf einen Satzverlust hinnehmen müssen. Sechsmal triumphierte eine der Williams außerdem in London, Venus ist Titelverteidigerin.

Auch S. Williams hat das Viertelfinale erreicht. Die Weltranglisten-Sechste gab sich keine Blöße und bezwang ihre Landsfrau Bethanie Mattek 6:3,6:3.

19-Jährige schlägt Kusnezowa
Im Duell um den Einzug ins Halbfinale trifft S. Williams auf Agnieszka Radwanska. Die erst 19-jährige Polin schaltete überraschend die als Nummer vier gereihte Russin Swetlana Kusnezowa in einem Dreisatz-Krimi mit 6:4,1:6,7:5 aus. Ebenfalls eine Runde weiter ist Ivanovic-Bezwingerin Zheng Jie.

Die chinesische Weltranglisten-133 warf die als Nummer 15 gesetzte Agnes Szavay aus dem Turnier und duelliert sich nun im Viertelfinale mit Nicole Vaidisova. Die Tschechin sorgte im Achtelfinale für die vierte Überraschung und warf die an acht gesetzte Russin Anna Tschakwetadse mit 4:6,7:6(0),6:3 aus dem Turnier.

(apa/red)