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Erste Weltcup-Abfahrt an Gut

22-jährige Schweizerin gewinnt in Beaver Creek. Anna Fenninger "nur" Fünfte.

USA ALPINE SKIING WORLD CUP WOMENS © Bild: APA/EPA

Einen Monat nach ihrem RTL-Auftakttriumph in Sölden hat Lara Gut auch die erste Saisonabfahrt des Olympiawinters gewonnen. Die Topfavoritin aus der Schweiz setzte sich am Freitag in Beaver Creek auf der neuen WM-Piste 2015 mit 0,47 Sekunden Vorsprung auf die Liechtensteinerin Tina Weirather sowie 0,98 auf Elena Fanchini (ITA) durch. Anna Fenninger verpasste als Fünfte das Podest um nur 15 Hundertstel.

Mehrere tausend Zuschauer waren am „Black Friday" ins 3.000 m hohe Zielstadion der neuen „Raptor-Piste“ gekommen, auf der 2015 in den Rocky Mountains von Colorado um WM-Medaillen gefahren wird. Während die Gastgeber in Abwesenheit von Lindsey Vonn aber eine bittere Schlappe hinnehmen mussten, wurde der erste Abfahrtsvergleich zu einem durchschlagenden Erfolg für die Schweiz. Zählt man die voll integrierte Weirather dazu, kamen gleich sechs „Swiss-Ski-Damen" in die Top-Zwölf.

Klarer Sieg samt Weltcupführung

"Dabei bin ich gestern viel besser gefahren", sagte Gut nach ihrem fünften Weltcupsieg. Die 22-jährige Tessinerin kam nach ihren zwei Trainingsbestzeiten mir Startnummer elf als Erste der Topfavoritinnen und profitierte ein wenig von guten Bedingungen. Obwohl sie nach dem langen oberen Flachteil nur 15. war und insgesamt nicht an ihre jüngste Trainingsfahrt herankam, ging sich immer noch ein klarer Sieg aus. Der verbunden war mit der Übernahme der Weltcupführung.

"Wenn es steil dahin geht und man gut Kurven fahren muss, taugt mir das eben", erklärte Super-Technikerin Gut. Dass sie auch ihr zweites Saisonrennen gewonnen und damit perfekt wie im Vorjahr Tina Maze (diesmal 16.) in die Saison gestartet sei, entlockte Gut ein Schmunzeln. "Wir stehen noch am Anfang der Saison. Wichtig ist, dass ich dran bleib, auch morgen und übermorgen", freute sich Gut schon auf Super-G und Riesentorlauf in Beaver Creek.

Fenninger hofft auf Super-G

Guts Verfolgerinnen hatten schon ein wenig mit der Piste zu kämpfen. Auch Fenninger wurde einmal arg abgetragen und kassierte dort den Rückstand, der ihr auf das Podest fehlte. "Oben war ich besser als im Training, aber unten bin ich in einem wichtigen Teil aus dem Gleichgewicht gekommen", berichtete sie.

"Man darf aber in der Abfahrt nicht überheblich sein. Die da vorne sind extrem gut", gestand Fenninger, die nun doppelt motiviert für den Super-G ist. "Der schwierige Hang taugt mir extrem", rechnet sich die 24-Jährige für Samstag noch mehr aus. Aber: "Lara ist auch da extrem stark."

Fischbacher im Aufwärtstrend

Als zweitbeste Österreicherin raste Andrea Fischbacher auf Platz acht der Abfahrt. Die seit ihrem Super-G-Olympiagold 2010 sieglose Salzburgerin ist nach einem gelungenen Schuh-Wechsel deutlich im Aufwärtstrend. "Mir fehlen nur drei Zehntel auf Platz drei. Das macht Mut und stärkt natürlich auch das Selbstvertrauen", freute sich Fischbacher.

Regina Sterz (10.), Nicole Schmidhofer (11.) und Elisabeth Görgl (15.) rundeten ein mannschaftlich gutes Ergebnis mit fünf ÖSV-Damen in den Top-15 ab. "Sowas hatten wir ewig nicht", freute sich Abfahrtschef Florian Winkler und Alpinchef Hans Pum lobte: "Mannschaftlich sehr gut. Vor allem freut mich, dass Fischbacher wieder dabei ist."

In den ersten Zwölf fand man am Ende - Weirather eingerechnet - mit Fanchini (3.) und der Deutschen Maria Höfl-Riesch (7.) nur zwei Damen, die nicht Swiss Ski oder dem ÖSV angehören. Das grandiose Abschneiden der von Hans Flatscher (Damenchef) und Rudi Huber (Alpindirektor) und damit zwei Österreichern geführten Damen aus der Schweiz überraschte Pum nicht. "Das ist wirklich nichts Neues und spricht für eine sehr gute Arbeit."

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