Dalcin holt Abfahrts-Lotterie in Val d'Isere: Überraschungssieger auf windiger Strecke

5. Scheiber, 6. Buder - Favoriten weit abgeschlagen Niedrige Startnummern entscheiden kurioses Rennen

Dalcin holt Abfahrts-Lotterie in Val d'Isere: Überraschungssieger auf windiger Strecke

Die alpine Ski-Ersatzabfahrt für Chamonix in Val d'Isere hat einen Heimsieg für Frankreich gebracht. Der 29-jährige Pierre-Emmanuel Dalcin, der zuvor im Weltcup erst einmal auf dem Podest gestanden war (Zweiter Super G 2004 in Garmisch), gewann vor den Kanadiern Erik Guay (0,26) und Manuel Osborne-Paradis (0,32). Für den ÖSV retteten Mario Scheiber als Fünfter (0,40) und Andreas Buder als Sechster (0,49) zwei Top-Ten-Plätze.

Die besten Abfahrer in diesem Winter hatten mit hohen Startnummer auf der windanfälligen Strecke hingegen keine Chance mehr auf das Podest. Der Schweizer Didier Cuche, der das Trikot des Führenden im Abfahrtsweltcup behielt, landete an zehnter Stelle, der Liechtensteiner Marco Büchel wurde ex aequo mit dem Italiener Peter Fill Siebenter. Der US-Amerikaner Bode Miller schied aus und Michael Walchhofer, nach Weihnachten Doppelsieger in Bormio, landete nur an 21. Stelle.

"Ich bin oben sehr schnell gewesen, das verunsichert mich ein bisschen. Ich hätte mir nicht gedacht, dass ich noch so viel Zeit verliere, ich hatte ein besseres Gefühl. Eigentlich wäre es super zu fahren gewesen, es hat während der Fahrt auch alles gepasst", war der Zauchenseer ein bisschen ratlos. Nachsatz: "Gott sei Dank war es nicht die WM."

Zufrieden waren die zwei besten ÖSV-Läufer, Scheiber und Buder. "Oben war es sehr warm, da wird die Piste sicher brechen. Unten ist es wellig und schnell gesetzt, das war sehr anspruchsvoll heute", sagte Buder, der mit Startnummer 11 ins Rennen gegangen war, nach seiner Fahrt. " Scheiber holte mit Nummer 22 noch viel heraus, Rang fünf ist seine beste Leistung nach zwei dritten Plätzen in Bormio in diesem Winter.

"Es war schwierig zu fahren, im oberen Teil war viel Wind", erklärte Scheiber. "Die Piste war nicht schlecht, im ersten Training war es aber um einiges schneller. Wenn man auf der Abfahrt zu viel herumfährt, so wie auch ich, dann verliert man eben ein paar Zehntel."

Niedrige Startnummern als halbe Miete
Dalcin, der im einzigen Training hinter Guay ex aequo mit Hans Grugger (12. im Rennen als drittbester Österreicher) die zweitschnellste Zeit aufgestellt hatte, nutzte die niedrige Startnummer 6 und die noch besseren Pistenbedingungen perfekt: "Ich habe viel Glück gehabt, um hier zu gewinnen", meinte der Franzose. "Ich hatte eine gute Nummer, der Ski war perfekt. Zuerst habe ich gedacht, ich bin vielleicht unter den ersten Zehn, aber ich war so schnell, es war unglaublich. Ich hoffe auch nächste Woche in Kitzbühel auf ein gutes Ergebnis."

Das braucht auch Hermann Maier (16.) noch, der aus seinem Formtief nicht herauskommt. "In Val d'Isere sind generell schon im oberen Abschnitt große Unterschiede. Ich hatte oben einen schweren Fehler und deshalb einen großen Rückstand. Nur mit einem Spitzenlauf wäre es für die hinteren Startnummern noch möglich gewesen, nach vor zu fahren." Hinsichtlich der in zwei Wochen in Aare beginnenden WM meinte er: "Ich muss meine Fehler wegbringen, dann habe ich auch einmal ein gutes Resultat. Hoffentlich werde ich es bei der WM besser machen."

Ergebnis der Herren-Abfahrt in Val d'Isere:
1. Pierre-Emmanuel Dalcin FRA 1:56,37 Min. 97,45 km/h
2. Erik Guay CAN 1:56,63 +0,26 Sek. +7,02 m
3. Manuel Osborne-Paradis CAN 1:56,69 +0,32 +8,64 m
4. Yannick Bertrand FRA 1:56,74 +0,37 +9,98 m
5. Mario Scheiber AUT 1:56,77 +0,40 +10,79 m
6. Andreas Buder AUT 1:56,86 +0,49 +13,21 m
7. Marco Büchel LIE 1:56,90 +0,53 +14,28 m
. Peter Fill ITA 1:56,90 +0,53 +14,28 m
9. Bruno Kernen SUI 1:57,05 +0,68 +18,30 m
10. Didier Cuche SUI 1:57,09 +0,72 +19,37 m
. Didier Defago SUI 1:57,09 +0,72 +19,37 m
12. Aksel Lund Svindal NOR 1:57,11 +0,74 +19,90 m
. Hans Grugger AUT 1:57,11 +0,74 +19,90 m
14. Patrick Staudacher ITA 1:57,12 +0,75 +20,17 m
15. Fritz Strobl AUT 1:57,18 +0,81 +21,77 m
16. Hermann Maier AUT 1:57,28 +0,91 +24,44 m
17. Ambrosi Hoffmann SUI 1:57,32 +0,95 +25,51 m
18. Andrej Jerman SLO 1:57,47 +1,10 +29,50 m
19. Scott Macartney USA 1:57,54 +1,17 +31,36 m
20. Marco Sullivan USA 1:57,55 +1,18 +31,62 m
21. Michael Walchhofer AUT 1:57,62 +1,25 +33,48 m
22. Antoine Deneriaz FRA 1:57,69 +1,32 +35,33 m
23. Kurt Sulzenbacher ITA 1:57,71 +1,34 +35,86 m
24. Marc Bottolier-Lasquin FRA 1:57,84 +1,47 +39,30 m
25. Finlay Mickel GBR 1:57,89 +1,52 +40,61 m
26. Patrik Järbyn SWE 1:58,04 +1,67 +44,57 m
27. Georg Streitberger AUT 1:58,07 +1,70 +45,35 m
28. Tobias Grünenfelder SUI 1:58,19 +1,82 +48,51 m
29. Werner Heel ITA 1:58,24 +1,87 +49,82 m
30. Francois Bourque CAN 1:58,37 +2,00 +53,22 m
weiter:
33. Romed Baumann AUT 1:58,66 +2,29 +60,79 m
36. Benjamin Raich AUT 1:59,05 +2,68 +70,91 m
53. Hannes Reichelt AUT 2:01,25 +4,88 +126,78 m

Ausgefallen u.a.:
Klaus Kröll (AUT), Bode Miller, Steven Nyman (beide USA), Marc Berthod (SUI), Hans Olsson, Niklas Rainer (beide SWE), David Poisson (FRA)

Nicht am Start: Stephan Keppler (GER)

(apa/red)