Dalai Lama Gast im Kinderdorf Hinterbrühl:
Die SOS-Kinderdörfer feiern 50. Geburtstag

Freundschaft mit SOS-Gründer Hermann Gmeiner Beantwortete eine Reihe von Fragen der Kinder

Dalai Lama Gast im Kinderdorf Hinterbrühl:
Die SOS-Kinderdörfer feiern 50. Geburtstag

Die SOS-Kinderdörfer zählten zu den wichtigsten NGOs der Welt und hätten viel für die Tibeter getan. Das betonte der Dalai Lama anlässlich eines Besuchs im Kinderdorf Hinterbrühl in Niederösterreich. Für die Organisation war dies der krönende Abschluss der Jubiläumsfeierlichkeiten zum 50- jährigen Bestehen.

Das geistliche Oberhaupt der Tibeter beantwortete eine Reihe von Fragen, welche die Kinder vorbereitet hatten. Er führe seine innere Ruhe auf den Frieden im Herzen zurück, sagte der Dalai Lama. Innerlich glücklich und friedvoll zu sein stärke auch das Immunsystem. Die mütterliche Zuneigung sei prägend für die menschliche Entwicklung, erklärte er. Wer nur auf seine Ausbildung achte, aber nicht auf sein Herz höre, werde einsam sein, gab er den Kindern als Tipp für die Zukunft mit. In Anwesenheit von dessen Witwe erinnerte der Dalai Lama auch an seinen engen Freund Heinrich Harrer.

Der Bau zahlreicher tibetischer SOS-Kinderdorf-Einrichtungen geht auf die Freundschaft zu Kinderdorf-Gründer Hermann Gmeiner zurück. Die beiden verstanden sich in der "Sprache der Augen", erklärte SOS- Kinderdorf-Vorsitzender in Niederösterreich Heinz Nußbaumer, der den Dalai Lama 1979 als Delegationsmitglied in Lhasa kennengelernt hatte.

Niederösterreichs Landeshauptmann Pröll bezeichnete den Dalai Lama als "Botschafter der Menschlichkeit". Sein Kommen - eine Woche nach dem Papstbesuch - sei eine große Auszeichnung und Ehre für das Bundesland. Im SOS-Kinderdorf Hinterbrühl schlage das Herz der Nächstenliebe und des Miteinander. Der Dalai Lama habe die Kinderdorf -Idee vor 34 Jahren hier kennengelernt und in seine Heimat mitgenommen.

"Das Wichtigste ist die Liebe"
"Das Wichtigste ist das zwischenmenschliche Gefühl, die Liebe." Ein Plädoyer für "Warmherzigkeit und Mitgefühl" hielt der Dalai Lama vor dem Waldzell Meeting im Stift Melk. Bei der Erziehung der Kinder und Jugendlichen gehe es darum, "dass die Entwicklung der Intelligenz mit jener der Emotionalität Hand in Hand geht", betonte der Friedensnobelpreisträger von 1989 im Gespräch mit dem Benediktinermönch David Steindl-Rast vor einem hochkarätigen Forum.

"Es ist äußerst wichtig, Kindern die größtmögliche Zuwendung und Liebe zu geben", so der Dalai Lama. Kindern müsse man "Warmherzigkeit einpflanzen". Er erzählte aus seiner eigenen Kindheit: "Meine Mutter war eine einfache Bauersfrau, doch sie hatte ein sehr großes Herz", erzählte der 14. Dalai Lama, der 1959 nach Niederschlagung des Volksaufstands in Tibet mit über 100.000 Landsleuten nach Indien floh und seitdem dort im Exil lebt. "Ich bin in den ersten Jahren in einer Atmosphäre der Liebe aufgewachsen." Seine Mutter habe ihm "den Samen der Liebe eingepflanzt, nicht die Religion". Ausdrücklich hob der Dalai Lama hervor, dass man "bei allem, was man tut, positiv motiviert sein muss".
(apa/red)