Da klingeln die Kassen: 1. Einkaufssamstag lässt auf gutes Weihnachtsgeschäft hoffen!

Im Schnitt kauft Christkind 8 Geschenke für 330 Euro Auch Österreichs Nachbarn stürmten Einkaufsstraßen

Da klingeln die Kassen: 1. Einkaufssamstag lässt auf gutes Weihnachtsgeschäft hoffen!

Die Bilanz des ersten Weihnachts-Einkaufssamstags im heurigen Advent verspricht offenbar ein gutes Weihnachtsgeschäft: In ganz Österreich wurden am 1. Dezember die Einkaufsstraßen und Einkaufszentren von kauflustigen Besuchern stark belebt. Besonders in grenznahen Gebieten wurden die Geschäfte auch von Besuchern aus dem Ausland regelrecht gestürmt. Für das Weihnachtsgeschäft 2007 erhofft der Einzelhandel in Österreich einen Zuwachs von 1 bis 2 Prozent.

Neun von zehn Österreichern über 15 Jahre spielen heuer Christkind, kaufen im Durchschnitt acht Weihnachtsgeschenke und geben dafür in Summe rund 330 Euro aus. Insgesamt kaufen die Österreicher für ihre Liebsten fast 48 Millionen Geschenke. Gegenüber den Vorjahren hat das X-Mas Shopping heuer früher begonnen, wobei die geplante Ausgabenhöhe im Schnitt unter dem Vorjahresniveau liegt, die Zahl der Geschenke-Käufer hingegen größer ist. Zu diesem Ergebnis kommen erste Analysen der KMU Forschung Austria in Kooperation mit Makam Market Research, die am ersten langen Einkaufssamstag im heurigen Advent vorgestellt wurden.

Die Wiener Wirtschaftskammer hat eine positive Zwischenbilanz des angelaufenen Weihnachtsgeschäfts gezogen. Rund 870.000 Personen frequentierten die Einkaufsstraßen der Bundeshauptstadt. Die Wiener Kammer erwartet heuer bis zu zwei Prozent saisonalen Umsatzzuwachs. Positiv war auch das Echo aus den Einkaufszentren wie dem Donauzentrum und dem heuer eröffneten Stadion Center. Auch Richard Lugner war mit dem Kundenandrang in seinem Einkaufszentrum zufrieden. Vor allem die Branchen Spielwaren, Bücher und Sport zählten laut Wirtschaftskammer zu den Gewinnern des ersten vorweihnachtlichen Einkaufswochenendes. Dagegen bewerteten die Schmuck- und auch die Elektrohändler das Geschäft ein wenig zurückhaltend.

In Niederösterreich ist das Weihnachtsgeschäft ebenfalls gut angelaufen. In den Einkaufscentern wie dem SCS in Vösendorf bei Wien herrschte Zufriedenheit mit der Kundenfrequenz. "Trotz des milden Wetters ist die Kundenfrequenz sehr hoch", berichtete Michael Maukner, Geschäftsführer des Traisenparks in St. Pölten. Aber es komme wegen der Temperaturen "noch keine richtige Weihnachtsstimmung" auf. Auch vom City Center Amstetten (CCA) und vom Fischapark in Wiener Neustadt kamen zufriedene Berichte.

Ein Nord-Süd-Gefälle bei der Kundenfrequenz dürfte im Burgenland am ersten Weihnachts-Einkaufssamstag geherrscht haben. Während etwa in Eisenstadt ein reger Zustrom an Einkaufswilligen verzeichnet wurde, wäre in den Bezirken Güssing oder Oberwart noch ein wenig mehr gegangen, hieß es von der Wirtschaftskammer Burgenland. Vom McArthurGlen Designer Outlet in Parndorf (Bezirk Neusiedl am See) im Nordburgenland wurden etwa acht bis zehn Prozent mehr Kunden als am Vergleichstag des Vorjahres gemeldet.

In der Steiermark ist der erste Einkaufssamstag im Advent gut angelaufen. "Ich teile grundsätzlich nicht die Hoffnung auf ein zwei Prozent Plus, aber der Tag war erstaunlich stark", meinte Heinz Zavecs, Obmann der Sparte Handel der Wirtschaftskammer Steiermark. Auch seitens der Einkaufszentren zeigte man sich zufrieden mit der Kundenfrequenz.

Eine sehr positive Bilanz hat der Handel in Oberösterreich über den ersten langen Einkaufssamstag in der Vorweihnachtszeit gezogen. "Optimales Wetter dürfte die Leute in die Innenstädte gelockt haben", vermutete Spartenobmann Franz Penz in einer Presseaussendung. Auch in den Einkaufszentren herrschte reges Treiben. Für das Bundesland erwartet Penz eine zweiprozentige Steigerung.

Der Handel im Bundesland Salzburg zieht ebenfalls eine positive Bilanz: Flachbild-Fernsehgeräte, Digitalkameras, Navigationssysteme und Sportartikel seien die großen Verkaufsschlager, die heuer unter dem Christbaum liegen werden, hieß es aus der Wirtschaftskammer. Durch den frühen Wintereinbruch seien die Umsätze insbesondere im Sportartikelhandel sehr zufriedenstellend. Gestürmt wurde am Samstag die Altstadt Salzburgs: Vor allem seien viele Besucher aus Deutschland und Italien gekommen, diese hätten aber nicht nur den Christkindlmarkt besucht, sondern auch eingekauft.

Im wahrsten Sinne des Wortes "die Hölle los" war am ersten Einkaufssamstag in den Ballungszentren Kärntens. In Klagenfurt und Villach wurden die Einkaufszentren gestürmt, wobei ein sehr hoher Anteil an Kauflustigen aus Italien und Slowenien registriert wurde. WK-Spartenobmann Nikolaus Gstettner fand vor allem den enormen Andrang aus den Nachbarländern bemerkenswert und hatte auch gleich eine Erklärung parat: die Perchtenläufe in Klagenfurt und Villach, bei denen jeweils Tausende Teilnehmer mitwirken. Gstettner: "Die Symbiose zwischen Kultur, Brauchtum und Einkaufen kann man nur begrüßen."

Der diesjährige frühe Wintereinbruch hat in Tirol die Kauflust der Konsumenten angeheizt und für einen "überraschend guten" ersten Einkaufssamstag gesorgt. Profitiert haben vor allem der Sportartikelhandel und die Textilbranche. Im vergangenen Jahr wurden in Tirol 145 Mio. Euro mit dem Weihnachtsgeschäft umgesetzt, in diesem Jahr erhofft man sich eine Steigerung zwischen 1,2 und 2 Prozent. Innsbruck wurde von Italienern regelrecht gestürmt - vermutlich zogen die Weihnachtsmärkte die Besucher an.

Am ersten Advent-Samstag haben auch die Kassen für den Vorarlberger Handel offenbar fröhlich geklingelt. Laut APA-Umfrage herrschte in den Städten und großen Einkaufszentren reger vorweihnachtlicher Einkaufstrubel, der Monatserste mit praller Geldbörse der Kunden wirkte sich zudem positiv auf die Kaufbereitschaft aus. Übereinstimmend wiesen die befragten Handels-Manager darauf hin, dass der rechtzeitige Wintereinbruch schon seit Wochen für sehr gute Umsätze im Sportartikelbereich sorgt. Auffällig ist der Trend zum Geschenks-Gutschein.
(APA/red)