"Da brennt nichts mehr an": Bayern
München feierte schon 22. Meistertitel

Schale muss in Berlin nur noch abgeholt werden Meistermacher Louis van Gaal als 'Feierbiest'

 "Da brennt nichts mehr an": Bayern
München feierte schon 22. Meistertitel © Bild: Reuters

Freudentänze auf dem Rasen, Schampus-Duschen in der Kabine - auch ohne Meisterschale ließen es die Bayern nach dem ersten Schritt zum historischen "Triple"-Triumph krachen. Drei Punkte und 17 Tore Vorsprung auf den gestrauchelten Rivalen Schalke 04, da konnte und mochte nach dem meisterlichen 3:1 gegen den auf einen Abstiegsplatz gestürzten VfL Bochum niemand mehr mit Fantasie-Rechnungen die Spaßbremse bei der vorzeitigen Münchner Titel-Party spielen.

"Da brennt nichts mehr an", verkündete Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge - am Samstag muss die Schale in Berlin beim Absteiger Hertha BSC nur noch abgeholt werden. Louis van Gaal präsentierte sich als "virtueller Meister" blendend gelaunt und verriet lachend: "Ich bin ein Feierbiest." Natürlich hatte der erste Meister-Trainer aus den Niederlanden den Schalker Patzer gegen Bremen vorausgeahnt und darum seine Töchter und Enkelkinder nach München eingeladen. "Es ist ein schöner Abend", frohlockte der 58-Jährige und schwärmte: "Und wir können noch mehr gewinnen."

Der 22. Meistertitel soll erst der Auftakt gewesen sein für eine dreiwöchige Münchner Jubel-Party. "Wir haben jetzt das Ziel erreicht, das wir unbedingt erreichen wollten, die Meisterschaft", betonte Rummenigge. Aber die Bayern sind hungrig, wollen mehr. "Der Druck ist jetzt weg. Jetzt müssen wir weiter trainieren und uns völlig auf die beiden Finali vorbereiten", sagte Arjen Robben mit Blick auf das Cup-Finale gegen Werder Bremen (15. Mai) sowie das Champions-League-Endspiel gegen Inter Mailand (22. Mai). "Die Mannschaft ist heiß. Sie hat großen Willen, große Leidenschaft, großen Kampfgeist. Alles ist möglich. Wir können das Historische schaffen", erklärte Rummenigge.

Im 50. Pflichtspiel unter Van Gaal "müllerten" sich die Bayern zu Titel Nummer 1. Mit seinen Saisontreffern 11 bis 13, seinem ersten Bundesliga-Dreierpack, war Jung-Nationalspieler Thomas Müller der Mann des Tages.

Party-Tempel
Die ausverkaufte Allianz Arena mutierte zu einem Party-Tempel. Um 16.42 Uhr brach ein Jubel-Orkan los, als die Kunde vom Bremer Führungstor auf Schalke kam. Häme gegen Felix Magath und den Vize-Meister verkniffen sich die Münchner jedoch. Am Ende haben die Bayern souverän den Titel eingefahren - und das nach dem schlechtesten Saisonstart seit 43 Jahren und bis zu acht Punkten Rückstand auf die Spitze.

Der Baumeister des Erfolgs ist Louis van Gaal, der ein überragendes Kollektiv aus Einzelkönnern wie Robben und Franck Ribery sowie Talenten wie Müller oder auch David Alaba formte. Der Wiener brachte es im Frühjahr auf drei Liga-Einsätze. "Für mich hat der Titel einen sehr großen Wert. Ich denke nicht, dass viele Trainer in Europa das Glück haben, in drei Ländern Meister zu werden. Darauf bin ich sehr stolz", sagte Van Gaal, der in seiner Heimat, in Spanien und Deutschland triumphiert hat.

Ovationen und Stolz statt Tränen und Trauer gab es in Gelsenkirchen. Trotz des abermals geplatzten Titeltraums feierten Fans und Spieler des FC Schalke 04 meisterlich. Nur der von den Anhängern lautstark geforderte Trainer Felix Magath mochte auf seiner Ehrenrunde nach dem 0:2 gegen Werder Bremen die Atmosphäre nicht so recht genießen. "Dazu ärgere ich mich noch zu sehr."

(apa/red)