"Da müssen Alarmglocken läuten": Lacina sieht in Bawag-Affäre Mitschuld bei Grasser

Ex-SPÖ-Finanzminister sieht Versagen von KHG ZU Bawag-Verkauf: "Das hat ÖGB zu entscheiden"

Der frühere SPÖ-Finanzminister Ferdinand Lacina sieht in der BAWAG-Affäre auch ein Versagen von Finanzminister Karl-Heinz Grasser (V). "Wenn so ein Bericht über die BAWAG, wie er auszugsweise bekannt geworden ist, vorliegt: Dann nehme ich an, dass er dem Ministerbüro, wenn nicht dem Minister selbst, zugeleitet worden ist. Da hätten schon die Alarmglocken läuten müssen", erklärte Lacina.

"Ich verlange kein Köpferollen. Aber wenn tatsächlich die Informationen nicht weitergeleitet wurden, muss man sich schon anschauen, was an den Strukturen im Ministerium nicht funktioniert", fügte Lacina in einem Interview mit der Tagesezeitung "Die Presse" hinzu. Zur Entscheidung des ÖGB, sich von der BAWAG zu trennen, meinte der derzeitige BA-CA-Konsulent: "Das hat der ÖGB zu entscheiden."

Er glaube, so Lacina, dass mit der BAWAG anders umgegangen werde, weil sie dem ÖGB gehöre. "In Vorwahlzeiten lädt das dazu ein, politisches Kleingeld zu münzen...In meiner Zeit ist ein Institut (die GiroCredit, Anm.), das der anderen Reichshälfte zugeschrieben wird, in erhebliche Schwierigkeiten gekommen, und wir haben damals sogar eine Gesetzesnovelle gemacht, die der Bank erlaubt hat, die Bausparkasse auszugliedern und mit der Aufwertung einen guten Teil der Verluste auszugleichen. Das ist sehr ruhig über die Bühne gegangen."
(apa/red)