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Cup-Finale mit Brisanz: Salzburg
will Rekord, Rapid die Rettung

Red-Bull-Trainer Oscar Garcia: "Sie haben den ganzen Druck"

Fussball - Cup-Finale mit Brisanz: Salzburg
will Rekord, Rapid die Rettung © Bild: APA/HERBERT PFARRHOFER

Für die einen geht es um einen historischen Erfolg, für die anderen um die Rettung einer ganzen Saison. Red Bull Salzburg und Rapid Wien stehen sich am heutigen Donnerstagabend (20.30 Uhr/live ORF eins) im Finale des ÖFB-Fußball-Cups gegenüber. Der derzeit erfolgreichste Club Österreichs trifft auf den populärsten. Die 82. Auflage des Bewerbs ist das brisanteste Cup-Duell der jüngeren Vergangenheit.

"Es wird schwierig gegen Rapid, weil es für sie um so viel geht. Aber dadurch haben sie auch den ganzen Druck", sagte Salzburgs Trainer Oscar Garcia vor dem Endspiel im Klagenfurter Wörthersee Stadion. Nur bei einem Erfolg gegen den schon 23 Cupspiele ungeschlagenen Titelverteidiger darf Rapid in der kommenden Saison international spielen. Die Wiener treten als Außenseiter an, klammern sich aber an das Alles-oder-Nichts-Motto.

»Es ist ein Spiel, wo es um Alles geht.«

"Es ist ein Spiel, wo es um Alles geht. Wir wissen, welche Stärken Salzburg hat, aber wir kümmern uns um unsere Stärken. Es beginnt bei Null zu Null, die Chance ist da", betonte Oscars Gegenüber Goran Djuricin. Der als Cheftrainer bestätigte 42-Jährige hat den Hütteldorfern neues Leben eingehaucht. Ob die Formsteigerung der letzten Wochen gegen den Titelhamster reichen wird, wird sich aber erst weisen.

Für Rapid geht es um den ersten Titelgewinn seit der Meisterschaft 2008, die Cup-Trophäe stemmte der 14-fache Bewerbssieger zuletzt 1995. Mit dem Finalisten Rapid darf sich auch der Veranstalter freuen. Der ÖFB rechnet trotz später Beginnzeit in einer Arbeitswoche mit mehr als 20.000 Besuchern, zumindest die Hälfte davon wird im Wiener Lager stehen. Aus Salzburg haben sich rund 2.000 Anhänger angesagt. "Wir werden ein Heimspiel haben, das ist ein Riesenvorteil für uns", meinte Djuricin.

Salzburg geht als Favorit ins Endspiel

Scheint auf den Rängen das Kräfteverhältnis klar, ist auch jenes auf dem Spielfeld vor Anpfiff eindeutig. Salzburg darf auf drei Finalsiege in den drei vergangenen Jahren zurückblicken. Im Vorjahr wurde die Admira mit 5:0 deklassiert. Vier Doubles in Folge hat in Österreich noch keine Mannschaft geschafft. Oscar wollte darüber aber nicht viele Gedanken verschwenden. Der Rekord sei ihm nicht so wichtig, betonte der Spanier: "Ich will einfach jedes Spiel gewinnen."

Unter Oscar ist Salzburg gegen Rapid noch ungeschlagen, seit sieben Ligaspielen insgesamt warten die Hütteldorfer gegen die "Bullen" auf einen Sieg. Drei Niederlagen und ein Remis gab es in dieser Saison. Oscar warnte dennoch: "Ein Finale ist immer ein anderes Spiel, in dem alles passieren kann. Der Unterschied zwischen Rapid und uns ist nicht so groß."

Dies darf als Understatement verstanden werden, die sportliche Bilanz der jüngeren Vergangenheit darf Rapid immerhin ein wenig Hoffnung geben. Salzburg kassierte im Frühjahr in 18 Pflichtspielen nur eine Niederlage (1:2 in Mattersburg) bei 15 Siegen. Rapid kam im Finish auf vier Siege in fünf Runden - nur Salzburg war eine Nummer zu groß.

»Wir sind klarer Außenseiter, aber wir haben es oft selbst gespürt, dass man als Favorit nicht immer gewinnt.«

"Salzburg war in dieser Saison richtig gut, ist immer besser in Fahrt gekommen. Wir sind klarer Außenseiter, aber wir haben es oft selbst gespürt, dass man als Favorit nicht immer gewinnt", beschrieb Steffen Hofmann die Ausgangslage. Der auf seinen 528. Rekordeinsatz hoffende Routinier ist der einzige Akteur seines Teams, der sich in Österreich schon über einen Titel freuen durfte. Salzburg kann diesbezüglich trotz einiger Abgänge in dieser Saison die deutlich erfahrenere Elf aufbieten.

Schiedsrichter der Partie ist Markus Hameter, der FIFA-Referee aus Niederösterreich leitet erstmals ein Cup-Endspiel. Er könnte gefordert sein, erwiesen sich vergangene Duelle mitunter hitzig geführt. Salzburgs Valon Berisha erwartete ein "hartes Spiel. Für Rapid geht es um Alles, wenn sie das Finale nicht gewinnen, wäre das für sie eine Katastrophe." Oscar schwor seine Elf darauf ein, besonnen zu agieren: "Wir dürfen nicht zu emotional ins Spiel gehen. Das könnte uns schaden."

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