Cuche braucht noch ein Erfolgserlebnis:
Vorjahressieger schwächelt in der Abfahrt

34-jähriger Schweizer bangt um sein WM-Fixleiberl Routinier hofft auf Abfahrts-Trendumkehr in Kitzbühel

Cuche braucht noch ein Erfolgserlebnis:
Vorjahressieger schwächelt in der Abfahrt © Bild: Reuters/Törnström

Seine Auftritte in den Heimrennen in Adelboden und Wengen hat sich Didier Cuche auch anders vorgestellt. Platz elf im Riesentorlauf, Platz zehn in der Abfahrt. Das sind bestenfalls mittelmäßige Ergebnisse für den 34-jährigen Schweizer, der zweimal in Folge die kleine Kristallkugel für den Abfahrtsweltcup geholt hat. Der Gewinner von bisher acht Weltcuprennen hofft nach erst zwei Podestplätzen im WM-Winter auf die Trendumkehr in Kitzbühel, dort, wo er im Vorjahr zum zweiten Mal die Abfahrt gewonnen hat.

Während die Riesentorlaufleistung mit den Plätzen 2,6,5,5,11 in diesem Winter konstant gut war, läuft es in den Speedbewerben alles andere als rund für Cuche. Vor allem mit dem schwachen Abschneiden in den Abfahrten (32,15,12,5,10) hadert er, die Gründe liegen für ihn aber auf der Hand: "Sicher ist es bisher nicht nach Wunsch gelaufen, das entspricht nicht meinen Erwartungen. Aber bei zwei Rennen war es das Wetter, zwei habe ich verhaut mit Fehlern, das waren Beaver Creek und Wengen. Nun hoffe ich auf Kitzbühel, dass ich es da zusammenbringe", meinte der Rennläufer aus Neuenburg.

Die guten Erinnerungen an Kitzbühel, das er auch wegen des Geschehens abseits der Piste, der guten Stimmung und der "netten und fairen Leute" schätzt ("Obwohl wir in Österreich sind"), sollen Cuche zusätzlich motivieren. "Ich habe hier 1998 meinen ersten Sieg gefeiert und viele Podestplätze erreicht, es ist immer wieder sehr schön, nach Kitzbühel zu reisen." Auch psychisch hat er die Heimniederlagen längst abgehakt. "Wenn ich weiß, wo die Siege liegen geblieben sind, dann habe ich kein Problem damit. In Wengen und in Adelboden habe ich Fehler gemacht."

Noch kein WM-Fixleiberl
Zu wissen, was die Ursachen sind, ist das eine, wenig überzeugende Resultate zu Buche stehen zu haben, das andere. Vor allem in einer WM-Saison. Und so darf sich Cuche in Kitzbühel wohl keinen weiteren Fehler erlauben, denn in punkto Welttitelkämpfe in Val d'Isere ist er von einem Fixleiberl in der Abfahrt wohl noch ein Stück entfernt. Das dürfte nach seinem Wengen-Sieg nur Didier Defago haben. Für die weiteren drei Tickets gibt es mit Carlo Janka, Ambrosi Hoffmann, Cuche und Daniel Albrecht (Reihenfolge entspricht Ranking im Abfahrts-Weltcup) vier Anwärter.

Und so macht sich auch zum Beispiel Shooting-Star Janka so seine Gedanken, was die WM-Aufstellung betrifft: "Die Trainer haben sicher eine schwierige Aufgabe für die Selektion für die WM, das war ja nicht immer so in den vergangenen Jahren. Aber das ist nur positiv", meinte der Gewinner von zwei Saisonrennen (Riesentorlauf Val d'Isere, Super-Kombination Wengen), der aber damit rechnet, dass Cuche einen Abfahrts-Fixplatz hat und die anderen "wahrscheinlich Qualifikation" fahren müssen.

Auf die leistungsmäßig starke Präsenz der jungen Teamkollegen angesprochen, reagiert Cuche in gewohnt gelassener Manier: "Ich habe immer gesagt, mein Ziel ist es nicht, bester Schweizer zu sein. Dass die Jungen schneller fahren, ist mir egal. Aber natürlich muss ich die jungen Schweizer auch schlagen, damit ich dann wieder zuoberst stehe."
(apa/red)