CSU-Chef Huber zieht die Konsequenzen:
Wahlverlierer tritt als Parteichef zurück

Stoiber-Nachfolger Huber war nur ein Jahr im Amt Spitze hält an Beckstein als Ministerpräsident fest

CSU-Chef Huber zieht die Konsequenzen:
Wahlverlierer tritt als Parteichef zurück © Bild: Reuters/Dalder

Nach dem Debakel der CSU bei der Landtagswahl in Bayern hat Parteichef Erwin Huber als erster Spitzenpolitiker personelle Konsequenzen gezogen. Er werde sein Amt beim Sonderparteitag am 25. Oktober zur Verfügung stellen, sagte Huber in München. Sein Nachfolger soll Parteivize und Bundesagrarminister Horst Seehofer werden.

"Die Aufgabe, für die ich jetzt kandidieren werde, zum zweiten Mal, ist eine sehr, sehr große und verantwortungsvolle", sagte Seehofer nach einer Sitzung der CSU-Landesgruppe im Bundestag in Berlin. Er wolle "als Kandidat bis zur Wahl und danach" alles tun, um den Menschen klarzumachen, dass die CSU die Botschaft vom Wahlsonntag verstanden habe.

Huber hatte erst vor einem Jahr als Nachfolger des langjährigen Partei- und Regierungschefs Edmund Stoiber den CSU-Vorsitz übernommen. Er wurde im Wahlkampf als farblos und führungsschwach kritisiert. Bis zum Sonderparteitag will er seine Aufgaben weiter wahrnehmen. Noch am Montag hatte Huber, zugleich Finanzminister in Bayern, nach einer vierstündigen Vorstandssitzung einen schnellen Rücktritt ausgeschlossen.

Rücktrittspekulationen um Ministerpräsident Günther Beckstein wurden hingegen dementiert. Die CSU-Spitze soll sich auf Rückhalt für Beckstein verständigt haben, erfuhr die Nachrichtenagentur AP aus Parteikreisen. Gleichzeitig wurden in der CSU aber die Forderungen lauter, dass Seehofer nicht nur den Parteivorsitz, sondern auch das Ministerpräsidentenamt in Bayern übernehmen solle.

Die CSU hatte mit 43,4 Prozent das schlechteste Wahlergebnis seit 50 Jahren eingefahren und kann nur noch mit einem Koalitionspartner regieren. Beste Chancen dürfte dabei die FDP haben, die nach 14 Jahren wieder im Landtag vertreten ist.
(apa/red)