Cowboys & Aliens von

Schaler Genremix

Zuseher kriegt trotz Craig & Ford nur das, was der Titel verspricht - und kein Gramm mehr

  • Bild 1 von 18 © Bild: 2011 Universal Studios

    Cowboys & Aliens

    Eine Genremischung aus Western und SciFi ist der neue Film von Jon Favreau - Westernhelden kämpfen gegen Aliens.

  • Bild 2 von 18 © Bild: 2011 Universal Studios

    Cowboys & Aliens

    Mitten drin statt nur dabei ist Daniel Craig.

Einen äußerst schalen Nachgeschmack hinterlässt das Genrecrossover "Cowboys und Aliens", das jetzt in den heimischen Kinos startet. Regisseur Jon Favreau ("Iron Man") veranstaltet ein Schaulaufen der altbekannten Westernfiguren und lässt diese unter der Führung von Daniel Craig und Harrison Ford vereint gegen einen größeren Gegner ankämpfen: goldgierige Außerirdische, die quasi per Lasso ihre menschlichen Opfer entführen. Doch der Genremix bleibt trotz ewig langer Schusswechsel seltsam blutleer und spannungsarm.

Dabei fängt alles noch höchst unterhaltsam an: Ein Mann (Craig) wacht alleine in der Wüste auf, kann sich an nichts mehr erinnern, hat aber ein seltsames metallenes Armband am Handgelenk, das er nicht mehr lösen kann. Dass ihm das später noch von Nutzen sein wird, kann sich der erfahrene Science-Fiction-Seher schon denken. Als er in ein kleines Städtchen kommt, wird der verwundete Cowboy als Postkutschenräuber Jake Lonergan identifiziert. Doch bevor das große Konsequenzen hätte, greifen schon außerirdische Fluggeräte an und entführen einige Bewohner, sodass einer Gruppe um Jake, den Sheriff (Keith Carradine) und den Rinderbaron Woodrow Dolarhyde (Ford) nichts anderes übrig bleibt, als die Gefangenen wieder zu befreien.

Wie eine perfekte Marketingidee
So dünn der Plot nach der gleichnamigen Graphic-Novel-Vorlage von Scott Mitchell Rosenberg klingt, so wenig aufregend präsentiert sich auch das Geschehen auf der Leinwand. Die Figuren bleiben arge Klischees, etliche Nebendarsteller werden eingeführt, um dann entweder entführt oder gerettet werden zu können. Die Bösewichte, die Indianer, alle bleiben im Wesentlichen nur Statisten in einem von Favreau viel zu unspektakulär inszenierten Actionfilm, der mit der Mischung aus Western und Science-Fiction wie eine perfekte Marketingidee wirkt.

Kein Gramm zuviel
Aber leider ist "Cowboys & Aliens" auch nicht mehr als das. Man würde sich wünschen, dass Favreau nur einen Western inszeniert hätte, denn diese Szenen wirken am Anfang noch eindeutig am besten. Den Hauptdarstellern kann man dabei jedoch wenig Vorwürfe machen: Craig gibt dem absurd-überhöhten Möchtegernspektakel eine gesunde, raue Erdung, Ford - der demnächst Wyatt Earp verkörpern wird - darf wieder einmal den grummeligen Anti-Helden spielen, und Olivia Wilde hat als rätselhafte Schönheit einfach Pech mit ihrer vollkommen abstrusen Figur. Im Endeffekt kriegt man, trotz der schönen Landschaftsbilder, bei dem altmodisch wirkenden 160-Millionen-Dollar-Film einfach nur genau das, was der Titel verspricht - aber leider kein Gramm mehr.