Costa Concordia von

Kapitän gesteht Schuld

Schettino: "Habe Schaden angerichtet" - Weitere Tote an Board gefunden

Costa Concordia - Kapitän gesteht Schuld © Bild: Reuters

Jetzt gesteht er doch seine Schuld! "Costa Concordia"-Kapitän Francesco Schettino hat laut Ermittlern gegenüber der Reederei Costa Crociere sofort die Verantwortung für das Manöver übernommen, das zur Havarie des Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia" vor der Insel Giglio geführt hat. "Ich habe einen Schaden angerichtet", erklärte Schettino demnach unmittelbar nach der Havarie in einem Telefonat mit dem Krisenmanager der Reederei, Roberto Ferrarini.

Die Kreuzfahrtgesellschaft hatte angegeben, Schettino habe gegenüber der Reederei die Lage an Bord heruntergespielt. "Er hat uns belogen", hatte der Geschäftsführer von Costa Crociere, Pierluigi Foschi, erklärt. Schettino erwiderte, dass er nach der Havarie sofort mit dem Krisenmanager der Kreuzfahrtgesellschaft telefoniert habe, dem er Schritt für Schritt die Entwicklungen an Bord beschrieben habe. Schettino bestritt auch, dass er nach dem Schiffbruch flüchten wollte. "Ich habe das Schiff nicht verlassen. Ich habe von einem Felsen aus die Evakuierungsaktion koordiniert. Ich war an meiner Uniform klar erkennbar", sagte er den Staatsanwälten.

Die Reederei macht den Kapitän allein für die Katastrophe verantwortlich. Die Gesellschaft werde den 52-Jährigen nicht vor Gericht verteidigen und seine Prozess- und Anwaltskosten nicht zahlen, teilte der Rechtsanwalt von Costa Crociere, Marco De Luca, mit. Der unter Hausarrest stehende Schettino wurde am Donnerstag von seinem Arbeitgeber suspendiert.

Tote Frau gefunden
Die Rettungsteams haben unterdessen die Suche nach Vermissten fortgesetzt. Dabei wurde die Leiche einer Frau aus dem Wrack geborgen. Die Tote wurden im hinteren Teil des Schiffes entdeckt. Somit sank die Zahl der Vermissten auf 21. Taucher konnten sich Zugang zu Deck fünf verschaffen, wo mehrere Leichen vermutet werden. Die Hoffnung, noch Überlebende zu finden, sei äußerst gering, so ein Sprecher der Küstenwache. Im Einsatz ist auch ein ferngesteuerter Unterwasser-Roboter: "Rov" sucht die Umgebung des Schiffes ab, um eventuell Leichen zu entdecken. Jede Bewegung des Kreuzfahrtschiffes werde auch mit Satellitenaufnahmen verfolgt.