Italien von

Costa Concordia wird aufgerichtet

Maximal zwölf Stunden soll die Aktion dauern. Unklar ist, ob das Schiff es aushält.

Das Wrack der Costa Concordia © Bild: APA/EPA/Russo

Die Anfang 2012 vor der toskanischen Insel Giglio havarierte Costa Concordia soll am kommenden Montag aufgerichtet werden. Die spektakuläre Aktion soll innerhalb von zehn bis zwölf Stunden erfolgen. Noch unklar ist, in welchen Zustand sich der versunkene Teil des Kreuzfahrtschiffes befindet und ob es dem Druck bei der Aufrichtung Stand halten wird.

Das italienische Umweltministerium äußerte Bedenken über die Aktion und ihre Auswirkungen auf die Gewässer rund um die kleine Insel, die inmitten eines Naturschutzparks liegt. Im Schiff befinden sich noch riesige Mengen an Lebensmitteln sowie Möbeln und Abfall jeder Art. Ungewiss ist, ob Teile davon bei der Aufrichtung im Meer landen könnten. Umweltminister Andrea Orlando erklärte, er wolle bis ins kleinste Detail über die Operation informiert werden.

Das Manöver wird vom italo-amerikanischen Konsortium Micoperi-Titan durchgeführt und stellt eine gigantische Herausforderung dar. Noch nie war ein 114.500 Tonnen schweres Schiff aufgerichtet worden. Die Costa Concordia wiegt leer so viel wie 100 Flugzeuge des Typs Boeing 747. Rund 400 Fachleute und 20 Schiffe werden im Einsatz sein. Die Schräglage des Kreuzfahrtriesen beträgt 65 Grad, die Aufrichtung erfolgt mit Hilfe von Gewichten. Seit einem Monat wird bereits Wasser aus dem Schiffsrumpf gepumpt.

Leichen im Wrack
Zivilschutzchef Franco Gabrielli mahnte, die Aufrichtung dürfe nicht zur Show werden. Schließlich befinden sich noch zwei Leichen im Wrack. Dabei handelt es sich um die sterblichen Überreste der italienischen Passagierin Maria Grazia Tricarico und des indischen Crew-Mitglieds Russel Rebello. Auf Giglio haben sich TV-Teams aus der ganzen Welt angesagt.

Geplant ist, das Schiff im kommenden Frühjahr in einen Hafen zu Schleppen, wahrscheinlich in jenen der toskanischen Stadt Piombino. Ob die Aufrichtung tatsächlich am Montag durchgeführt werden kann, hängt maßgeblich vom Wetter ab. Sie muss auf jeden Fall noch im September erfolgen, da die äußeren Bedingungen im Herbst immer schlechter werden. Sollte die Costa Concordia noch einen weiteren Winter vor der Insel liegen, würden die Chancen sinken, sie überhaupt bergen zu können, warnten Experten.

32 Tote bei Unglück
Das Kreuzfahrtschiff war am 13. Jänner 2012 mit mehr als 4.200 Menschen, darunter 77 Österreicher, an Bord auf Grund gelaufen und teilweise gesunken. Bei dem Unglück starben 32 Menschen. Die Reederei Costa Crociere, Betreiber des Kreuzfahrtschiffs, hat ihre Mitverantwortung anerkannt, da mehrere Angestellte des Unternehmens für die Havarie verantwortlich gemacht werden.

Am 23. September wird der Prozess gegen Kapitän Francesco Schettino nach der Sommerpause fortgesetzt. Schettino gilt als Hauptverantwortlicher des Unglücks. Mehrere Verhandlungen wurden bis zum 17. Dezember angesetzt. Mit einem Urteil ist im kommenden Frühjahr zu rechnen.

Kommentare

@ war-lord: weil wir ja soviel meerzugang haben. diese zeiten sind lange vorbei... also besser grüne wählen am 29. september wählen

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