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Costa Concordia: Arbeiten zum Abtransport werden fortgesetzt

Schwimmtanks aus Stahl werden auf der rechten Seite des Kreuzers positioniert

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    Costa Concordia Abtransport vor der Insel Giglio

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    Costa Concordia Abtransport vor der Insel Giglio

Vor der Insel Giglio werden am heutigen Dienstag die Arbeiten für den Abtransport der 2012 havarierten Costa Concordia fortgesetzt. Nachdem das Schiff am Montag wieder schwimmfähig gemacht wurde und in tiefere Gewässer gezogen wurde, beginnt die zweite Phase der Vorbereitungsarbeiten im Hinblick auf den Abtransport nach Genua.

Die Fachleute des mit der Bergung des Schiffes beauftragten Konsortiums Titan Micoperi müssen Schwimmtanks aus Stahl auf der rechten Seite des Kreuzers positionieren. Diese werden dann mit Druckluft gefüllt und sollen dem Kreuzfahrtriesen den nötigen Auftrieb für den Abtransport geben. Anschließend werden die auftauchenden Decks des Schiffs gereinigt und auf mögliche bisher unentdeckte Schäden geprüft, bevor der Kreuzfahrtriese zur Verschrottung nach Genua gebracht wird. Gesucht wird auch die Leiche des letzten Vermissten des Unglücks, einem indischen Crewmitglied. Bis Mitte oder Ende nächster Woche soll dies beendet sein, sagte Umweltminister Gianluca Galletti.

"Solange das Schiff nicht in Genua ist, werde ich nervös sein"

Der Leiter des Unterfangens, Nick Sloane, zeigte sich mit dem bisherigen Verlauf der Operation zufrieden, er könne jedoch noch nicht aufatmen. "Solange das Schiff nicht in Genua ist, werde ich nervös sein", betonte der 53-jährige Südafrikaner. Die Abfahrt zu dem 350 Kilometer entfernten Hafen Genua wurde für den kommenden Montag angesetzt und wird voraussichtlich fünf Tage dauern.

Die Abschleppung des Wracks erfolgt zehn Monate nach der spektakulären Aufrichtung des Schiffes im vergangenen September und stellt eine gigantische Herausforderung dar. Noch nie war ein 114.500 Tonnen schweres Schiff 280 Kilometer lang geschleppt worden. Die Costa Concordia wiegt leer so viel wie 100 Jumbojets. An die 500 Fachleute sind rund um die Uhr im Einsatz. Nach Angaben des Vorstandschefs der Reederei Costa Crociere, Michael Thamm, werden die Kosten für die Bergung und die Entschädigungen für die Passagiere insgesamt rund 1,5 Milliarden Euro betragen.

Suche nach letztem Vermissten im Gange

Nachdem die Costa Concordia wieder an der Meeresoberfläche treibt, sind am Dienstag die nun aus dem Wasser aufgetauchten Decks inspiziert worden. Dabei wurde auch nach dem letzten Vermissten des Unglücks gesucht. Es handelt sich um ein indisches Crew-Mitglied, Russel Rebello, das 32. Todesopfer des Unglücks.

"Ich habe nicht die Hoffnung verloren, die Leiche meines Bruders zu finden", sagte Kevin Rebello, Bruder des Vermissten. Er hatte nach dem Unglück mehrere Monate auf der Insel Giglio verbracht und auf Nachrichten über das Schicksal seines Bruders gehofft. Danach kehrte er nach Mailand zurück, wo er derzeit lebt. "Vor allem für meine Eltern hoffe ich, dass die Leiche gefunden wird. Sie sind sehr religiös, sie hätten gern ein Grab, um dort beten zu können", so Rebello.

Costa Concordia am 13. Jänner 2012 havariert

Das Kreuzfahrtschiff war am 13. Jänner 2012 mit mehr als 4.200 Menschen an Bord vor der Insel Giglio auf Grund gelaufen. Zum Zeitpunkt des Unglücks befanden sich 77 Österreicher auf der Costa Concordia, die sich alle retten konnten. Die Reederei Costa Crociere, die zum US-Kreuzfahrtriesen Carnival gehört, hat ihre Mitverantwortung eingestanden, da mehrere Angestellte des Unternehmens für die Havarie verantwortlich gemacht werden.

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