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Costa Concordia: Grünes Licht für Abtransport

Genehmigung erteilt: Havariertes Kreuzfahrtschiff wird Montag abgeschleppt

Costa Concordia gehoben © Bild: Laura Lezza/Getty Images

Der Abtransport des vor der Toskana havarierten Kreuzfahrtschiffes Costa Concordia zum Hafen von Genua kann am Montag beginnen. Die letzte Genehmigung für den Start der Abschleppung wurde am Samstag von der nach dem Unglück eingerichteten Kontrollbehörde erteilt.

Jetzt hänge es nur vom Wetter ab, ob das Schiff wie geplant am 21. Juli in Richtung Hafen Genua abgeschleppt werde, hieß es. Costa Crociere, Betreiberin des havarierten Schiffes, begrüßte den Beschluss der Kontrollbehörde. "Wenn das Wetter mitspielt, starten wir am Montag mit dem Prozedere, um die Costa Concordia schwimmfest zu machen. Es handelt sich um eine komplexe und eine einmalige Operation. Wir können jedoch mit den besten Fachleuten der Welt rechnen", sagte der Geschäftsführer der Costa Cociere, Michael Thamm.

Arbeiten dauern sechs bis sieben Tage

Die Arbeiten, um das Wrack wieder schwimmfähig zu machen, beginnen am Montag um 6.00 Uhr und werden voraussichtlich sechs bis sieben Tagen dauern. Danach soll die Costa Concordia einen Tiefgang von etwa 18,5 Metern haben und zum Festland geschleppt werden. Am 21. Juli soll das Schiff dann in den etwa 280 Kilometer entfernten Hafen von Genua geschleppt und dort verschrottet werden.

In den vergangenen Tagen waren an dem Schiff die letzten der insgesamt 30 Schwimmkästen angebracht worden, mit denen das Schiff wieder schwimmfähig gemacht werden soll. Dafür wird das Ballastwasser mit Druckluft aus den Kästen entfernt, damit das Wrack den nötigen Auftrieb bekommt.

Zwei Schiffe ziehen Wrack

Zwei Schiffe werden die Costa Concordia ziehen, zwei weitere stehen für etwaige Notfälle zur Verfügung. Die weiteren Schiffe halten sich zum Einsatz bereit, sollte es zu umweltgefährdenden Zwischenfällen kommen. Besonders wichtig sind die Wetterbedingungen, da das Wrack keine Wellen höher als 2,6 Meter aushalten kann.

Die Costa Concordia hatte am Abend des 13. Jänner 2012 bei einem riskanten Manöver einen Felsen gerammt und war mit 4.229 Menschen an Bord nur wenige Meter vor der Toskana-Insel Giglio in Schieflage geraten. Bei dem Unglück starben 32 Menschen. 77 Österreicher, die alle überlebten, hatten sich an Bord befunden. Der Kapitän verließ das riesige Kreuzfahrtschiff per Rettungsboot und kehrte trotz mehrfacher Aufforderung der Hafenbehörde nicht an Bord zurück, obwohl die meisten Passagiere noch festsaßen. Er muss sich vor Gericht verantworten.

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