Cortina d'Ampezzo von

Auf und "da-Vonn"

Vonn gewinnt den Super G überlegen vor Höfl-Riesch. Görgl auf Rang 4.

Cortina d'Ampezzo - Auf und "da-Vonn" © Bild: GEPA/Prantner

Das war wieder Lindsey, wie man sie kennt: US-Ski-Superstar Lindsey Vonn ist nach überstandenen Magenproblemen wieder auf die Siegesstraße zurückgekehrt. Die 27-jährige US-Amerikanerin, am Vortag bereits Abfahrtszweite, gewann am Sonntag den Super-G in Cortina d'Ampezzo überlegen vor der Deutschen Maria Höfl-Riesch (+0,61 Sek.). Als beste Österreicherin wurde Weltmeisterin Elisabeth Görgl (0,97) Vierte.

Für Vonn war es der bereits 47. Weltcup-Sieg ihrer Karriere, mit dem sie nun in der Rangliste der erfolgreichsten Skirennläuferinnen hinter der legendären Salzburgerin Annemarie Moser-Pröll (62 Siege) und der Schweizerin Vreni Schneider (55) die alleinige Nummer drei ist. Im Super-G-Ranking hält sie nun mit 17 Erfolgen ex aequo mit der Steirerin Renate Götschl die Spitzenposition. Und in der Weltcup-Gesamtwertung ist sie auf bestem Weg zur vierten großen Kristallkugel, hat sie doch schon 291 Zähler Vorsprung auf ihre erste Verfolgerin Maze.

"Dieser Sieg war sehr wichtig für mich, vor allem für mein Selbstvertrauen. Nach all den gesundheitlichen Problemen mit dem Magen weiß ich jetzt, dass ich wieder Kraft habe und alles in Ordnung ist. Ich habe deshalb heute alles riskiert. Wieder ganz oben auf dem Podest zu stehen, ist ein großartiges Gefühl", betonte Vonn nach ihrer Machtdemonstration auf der Tofana.

Siegerin: "Rekorde sind mir wichtig"
Dass sie nun in der zweitschnellsten Alpin-Disziplin die Nummer eins gemeinsam mit "ÖSV-Speed-Queen" Götschl ist, freute sie "besonders, weil mir Rekorde wichtig sind. Rekorde sind ja die Geschichte in unserem Sport. Ich muss aber noch weiterkämpfen und werde probieren, so viel wie möglich zu gewinnen", lautete Vonns Kampfansage vor der Abreise aus Cortina.

"Lindsey war im technischen Teil eine Klasse für sich und hat völlig verdient gewonnen", gab Höfl-Riesch als faire Verliererin zu Protokoll. Auch die Deutsche war zuletzt wegen eines grippalen Infekts mit Fieber zurückgeworfen worden und in Bad Kleinkirchheim nicht einmal am Start gewesen. In Italien präsentierte sie sich aber nach Platz drei in der Abfahrt auch im Super-G wieder in Topform. "Ich habe heute noch mal einen draufgelegt, das ist super nach der Krankheit. Ich bin überglücklich, dass das gleich wieder so funktioniert hat", erklärte die 27-jährige Bayerin.

Görgl mit Blech "sehr zufrieden"
Görgl war trotz des um nur elf Hundertstel verpassten Podestplatzes mit Rang vier "sehr zufrieden". "Denn im Super-G hatte ich zuletzt andere Ansprüche als in der Abfahrt. Ich habe diese Woche aber gut trainiert, jetzt passt auch im Super-G das Timing. Ich habe heute alles genau so erwischt, wie ich es wollte, und richtig Stoff gegeben. Nur oben der Fehler war nicht gut. Es wäre daher sicher noch mehr möglich gewesen. Aber es macht Spaß, ans Limit zu gehen und seine Grenzen auszureizen. Das ist mein Ziel", erklärte die 30-jährige Steirerin, die sich bereits auf den Riesentorlauf am Samstag in Kranjska Gora freute.

Da Olympiasiegerin Andrea Fischbacher ("Die Verhältnisse hätten gepasst, aber ich bringe es im Moment nicht auf die Piste") und Super-Kombinations-Weltmeisterin Anna Fenninger nach fehlerhaften Fahrten mit mehr als zwei Sekunden Rückstand nur auf den Rängen 14 bzw. 18 landeten, war Nicole Hosp als Elfte zweitbeste ÖSV-Dame. "Leider hatte ich an der ungünstigsten Stelle einen Fehler und habe dadurch viel Zeit verloren. Ich war zu direkt, aber der Aufwärtstrend von Bad Kleinkirchheim (Rang zehn, Anm.) hat sich fortgesetzt", fiel die Bilanz der Tirolerin zwiespältig aus.

Abfahrts-Siegerin weit abgeschlagen
Die Italienerin Daniela Merighetti, die am Samstag überraschend die von teilweise starken Windböen beeinträchtigte Abfahrt gewonnen hatte, landete als 34. mit 4,22 Sekunden Rückstand diesmal im geschlagenen Feld außerhalb der Weltcup-Punkteränge. "Der Super-G ist nicht so meine Disziplin", hatte die 30-Jährige bereits nach ihrem Abfahrtssieg gesagt. Merighetti wird nun am Montag an ihrem gebrochenen linken Daumen operiert, um in der nächsten Abfahrt am 28. Jänner in St. Moritz wieder voll angreifen zu können.