COP28-Klimagipfel geht in die Verlängerung

von COP28-Klimagipfel geht in die Verlängerung © Bild: APA/APA/BMK/CAJETAN PERWEIN

Klimagipfel ringt um Abschlusstext

Die UNO-Klimakonferenz in Dubai ist am Dienstag in die Verlängerung gegangen, nachdem ein Großteil der Vertragsstaaten des Pariser Klimaabkommens den Entwurf für einen Abschlusstext zum "Global Stocktake" abgelehnt hatten, wie das finale Papier heißt. Die Grundsatzdiskussion dreht sich weiterhin darum, inwieweit der Ausstieg aus fossilen Energien hier in Worte gefasst werden soll, die finanziellen Forderungen aus dem globalen Süden scheinen in diesem Disput unterzugehen.

Was die Wortwahl betrifft, so gilt Saudi Arabien laut Delegiertenkreisen als Speerspitze der Länder, die hier auf eine andere Formulierung drängen, insbesondere geht es darum, dass die Emissionen, nicht jedoch die fossilen Energien als Verursacher der Klimakrise Erwähnung finden. Wie jedoch als Entwicklungsländer geltende Nationen den Ausstieg aus fossilen Energien finanzieren sollen, das geht in der Diskussion ein wenig unter.

Der am Montag publizierte Entwurf seitens der umstrittenen COP-Präsidentschaft sehe so aus, als würden sich nun ebenjene "fossilen Lobbys durchsetzen", hieß es im Rahmen eines vom Wissenschaftsnetz "Diskurs" organisierten Pressegesprächs in Wien. Es brauche an dem Text substanzielle Verbesserung, da dieser in seiner aktuellen Form das "fossile Zeitalter" fixieren würde. Für die EU sei extrem klar geworden, dass dieser Text nicht den kritischen Anforderungen gerecht werden würde, die zu diesem Zeitpunkt zu stellen wären, sagte Österreichs Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) am Dienstag. Die COP-Präsidentschaft sei nun gefordert, "jetzt wartet die ganze Konferenz auf den Text", hier gelte es nachzubessern, auch mit Hinblick auf den globalen Süden.

Jedoch hielt Greenpeace in diesem Kontext in einem Statement gegenüber der APA fest, dass auch Länder beim Ausstieg aus fossiler Energie deshalb zögern würden, weil ihnen gegenüber keine Klarheit herrsche, wie deren Energiewende finanziert werden soll. Die afrikanische Gruppe habe etwa signalisiert, dass sie offen für Gespräche über das Ende fossiler Energien ist, wenn umfassende Unterstützung zugesagt werde.

Kolumbien wiederum zähle zu einem der stärksten Befürworter des fossilen Ausstiegs, aber betone gleichzeitig, dass Ambition nicht bestraft werden darf. Mit der Ankündigung zum Ausstieg aus Öl und Gas habe das Land jedenfalls eine derartige Nervosität auf den Finanzmärkten ausgelöst, dass eine Abstufung des Ratings die Folge war. "Für ein erfolgreiches und ehrgeiziges Ergebnis auf der Klimakonferenz müssen reiche Länder, wie auch Österreich, die Finanzierung, aber auch technische Hilfe für die globale Energiewende zusagen. Das Finanzsystem muss so umgebaut werden, dass die Investitionen in erneuerbare Energien nicht länger bestraft werden. Dazu gehört auch die Abschaffung fossiler Subventionen", forderte hier Jasmin Duregger, Klima- und Energieexpertin bei Greenpeace in Österreich.

Ähnlich positionierte sich auch der WWF, der eine Paketlösung forderte: "Dazu gehört, dass auch Fragen der Klimagerechtigkeit adressiert werden und die Ländern des Globalen Südens bei der Energiewende stärker unterstützt werden. Gerade in vielen afrikanischen Ländern fehlt oftmals überhaupt der Zugang zu Energie. Die Länder des globalen Norden sind hier gefragt, die Energiewende in den Entwicklungsländern finanziell zu unterstützen und einen erleichterten Zugang zu Klimaschutztechnologien einzuräumen", stellte WWF Klimasprecher Thomas Zehetner fest.

Eigentlich wollte Konferenzpräsident Sultan Al Jaber aus den Vereinigten Arabischen Emiraten das Treffen der knapp 200 Staaten um 11.00 Uhr vormittags Ortszeit (08.00 Uhr MEZ) abschließen. Doch das Ringen um einen Abschlusstext ging weiter. Am Montagabend hatte Al Jaber einen Entwurf vorgelegt, den die EU und einige Staaten als enttäuschend und unzureichend eingestuft hatten. Der von mehr als 100 Staaten eingeforderte Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas wurde in dem Entwurf von Montagabend nicht mehr erwähnt - anders als in vorherigen Versionen.

Das UNO-Treffen mit rund 97.000 Teilnehmern hatte am 30. November begonnen. Es findet auf dem früheren Gelände der Expo 2020 in Dubai statt.