Oh la la von

"La Wurst" im Crazy Horse

Revue-Theater schreibt ein Stück Geschichte der sexuellen Gleichberechtigung

Mit der Einladung des "Crazy Horse" an Travestiestar und ESC-Siegerin Conchita Wurst schreibt das Pariser Revue-Theater ein Stück Geschichte der sexuellen Gleichberechtigung.

Die bärtige Künstlerin trat am Donnerstagabend im legendären Pariser Variete-Club während der normalen Show auf und sang ihr Song-Contest-Siegerlied "Rise like a Phoenix" - flankiert von barbusigen Tänzerinnen, die sich falsche Bärte angeklebt hatten, was für Erstaunen und Lacher sorgte.

Transparentes Kleid für Show

Conchita Wurst alias Thomas Neuwirth trug erst ein langes, transparentes Kleid von Stardesigner Jean-Paul Gaultier und wechselte für ein zweites Lied nach der Pause in ein sehr kurzes, silbernes Kleid. Von 9. bis 15. November gastiert die 25-Jährige dann als erster Travestiekünstler in dem für seine leichtbekleideten Tänzerinnen bekannten Crazy Horse. Der Club ist neben dem Moulin Rouge, dem Lido und den Folies Bergère eine der bekanntesten Institutionen des Pariser Nachtlebens. Er wurde 1951 von Alain Bernardin gegründet.

Conchita: "Bin erste 'besondere Frau' in der Show"

"Meine Besonderheit wird sein, dass ich die erste 'besondere Frau' in der Show bin", sagte Conchita Wurst am Rande ihres Auftritts. "Ich denke, das ist eine ziemlich neue Sache, und natürlich werde ich meine Art aufzutreten in die Show einbringen." Das Crazy Horse sei schon immer ein "aufgeschlossener" Club gewesen. Die Sängerin warb in Paris erneut für mehr Toleranz in der Welt unter anderem für Homosexuelle: "Letztlich wollen alle respektiert werden, sogar Konservative."

Conchita Wurst hatte bereits Anfang Oktober bei einem Auftritt im Europaparlament in Brüssel für mehr Toleranz geworben. Am kommenden Montag wird sie in Wien vor UN-Generalsekretär Ban Ki Moon singen, beide wollen sich dabei für die Rechte Homosexueller stark machen.

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