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So optimiert man WLAN zuhause

Checkliste: Wie man sein Funknetz zuhause wieder in die Gänge bekommen kann

Leben - So optimiert man WLAN zuhause © Bild: Warakorn - Fotolia

Die Google-Suche bockt, der Video-Stream hängt, das Online-Spiel ruckelt wie Sau: Seien wir uns ehrlich, WLAN kann auch verdammt beschissen sein. Nämlich dann, wenn es nicht richtig funktioniert. Das muss aber nicht sein: Mit unserer Checkliste kommt man zuhause wieder vom Pannenstreifen des Daten-Highways.

Internetgeschwindigkeit testen

Wie schnell bzw. langsam ist die Anbindung eigentlich wirklich? Um aktuellen Ping und Datenübertragungsrate ermitteln zu können, eignet sich am besten die Seite www.speedtest.net. Je niedriger der Ping und je höher die Datenübertragungsrate, desto besser.

Sind die Werte in Ordnung, also stimmen Sie ungefähr mit den Angaben bzw. dem erworbenen Paket des Netzbetreibers überein, kann man sich die restliche Checkliste sparen, denn dann dürfte das Problem nicht an der WLAN-Verbindung an sich liegen.

Router neustarten

Da die IP-Verbindung zwischen Router und Internet gerne mal hängen bleibt, kann ein Neustart ganze Datenberge versetzen. Dafür sollte man den Router nicht nur von der Stromzufuhr entkoppeln, sondern auch gleich die Datenverbindung kappen. Nach rund 30 Sekunden kann man wieder beides anstecken.

Router-Software aktualisieren

Oft kann eine lahme Verteilung des WLAN-Signals auch daran liegen, dass die Soft- bzw. korrekter die Firmware des Routers nicht mehr aktuell ist. Am besten man sieht in der Bedienungsanleitung nach der Support-Seite oder googelt am Smartphone mit der Typenbezeichnung des Routers danach.

Sollte sich im schlimmsten aller Fälle gar kein Support mehr finden, ist das ein Wink mit dem Zaunpfahl, dass der Router generell schon traurig war als die Dinosaurier ausgestorben sind. Und man sich vielleicht besser nach einem neuen Modell umsehen sollte :-)

Die best(möglich)e Position finden

Der ideale Platz für einen Router ist in den meisten Fällen nicht realisierbar. Er läge nämlich dort, wo außer Nerds und Internet-Junkies niemand einen Router sehen will: In der exakten Mitte jenes Raums, von wo aus man am häufigsten auf das Internet zugreift. Es gibt aber ein paar Richtlinien, um sich an diesen Idealfall heranzutasten:

  • Möglichst zentral zum Internetgebrauch platzieren: Dort, wo am meisten gesurft wird, wird auch das stärkste Signal benötigt. Eigentlich ganz simpel.
  • Weg vom Boden: Da viele Geräte dazu tendieren, das Signal leicht nach unten auszustrahlen, sollte man den Router mindestens in Tischhöhe anbringen. Und weniger Staub macht den Router auch glücklicher.
  • Offen hinstellen: Da die Signale sehr empfindlich gegenüber vielen Oberflächen sind, sollte man seinen Router nicht "verstecken". So hässlich die Geräte zugegebenermaßen sein mögen: Tief in Regalen oder zwischen Schrank und Wand verborgen bleibt leider eine ganz schlechte Idee.
  • Beton ist böse: Der größte Feind von WLAN ist Beton. Demnach ist der Überwindungsversuch entsprechender Wände und/oder Decken tunlichst zu vermeiden, weil schlicht kaum möglich. Maximal Repeater können das Problem "umschiffen".

Nicht ohne mein Passwort

So klappt's auch mit den Nachbarn: Es mag trivial klingen, aber ein gutes Passwort sichert gute Bandbreiten. Wer einen Internetzugang ohne Kennungsschutz riskiert, darf sich nicht wundern, wenn die halbe Nachbarschaft am Router hängt. Und sich ein wirklich sicheres Passwort ausdenken ist ja gar nicht so schwer.

Unnötige Endgeräte aus dem Netz werfen

Je mehr Endgeräte am WLAN-Netz hängen, umso mehr müssen sie die vorhandene Bandbreite untereinander aufteilen. Deshalb ist es wichtig zu kontrollieren, ob wirklich auch nur die Geräte verbunden sind, die man benötigt.

Elektronische Störenfriede vermeiden

"Signalinterferenzen" heißt das Zauberwort, das man im Idealfall nicht in seine vier Wände lässt. Im Klartext bedeutet das, dass man andere elektronische Geräte in unmittelbarer Nähe des Routers tunlichst vermeiden sollte, weil sie prädestiniert sind, das WLAN-Signal zu stören. Dazu können Fernseher, Mikrowellen, Radio- und/oder Funkgeräte zählen.

Antennen richtig ausrichten

Da sich das WLAN-Signal senkrecht zur Ausrichtung der Antenne verbreitet, herrscht die landläufige Meinung vor, die Antennen der Router vertikal auszurichten, damit sich das Signal horizontal ausbreiten kann. Das ist prinzipiell nicht falsch, es gilt aber auch die Regel, dass die gleiche Antennenausrichtung von Sender und Empfänger die Übertragung optimiert.

Da sich die Ausrichtung je nach Endgerät unterschiedlich gestaltet, bietet es sich bei zwei Routerantennen an, eine vertikal und eine horizontal zu stellen, damit ein möglichst großes Spektrum abgedeckt wird.

Wechsel auf den Turbo-Kanal

Die meisten halbwegs modernen WLAN-Router nutzen für die Signalübertragung eine Frequenz von 2,4GHz, obwohl sie die Frequenz von 5 GHz auch unterstützen. Der Vorteil der höheren Frequenz: Mehr freigegebene Kanäle (18) und eine stabilere, schnellere Verbindung. Aber Vorsicht: Endgeräte, die 5 GHz nicht unterstützen, werden mit dem Wechsel automatisch vom Internet getrennt. In diesem Fall schafft nur ein weiterer WLAN-Accesspoint Abhilfe.

Mit unterschiedlichen Endgeräten prüfen

Es empfiehlt sich, das WLAN-Signal mit mehreren Endgeräten zu überprüfen. Die Möglichkeit ist nämlich nicht auszuschließen, dass der Hund bei einem der Empfänger-Geräte begraben liegt. Bei einem Desktop-PC und/oder Notebook lässt sich dann der WLAN-Dongle problemlos austauschen. Problematischer verhält es sich da schon mit Smartphone, Tablet oder TV, die bei einem defekten WLAN-Modul leider in die Reparatur müssen. Bei Mobilgeräten kann man alternativ zumindest in Kauf nehmen, über das potenziell schwächere und teure Mobilfunknetz zu surfen.

Geheimwaffe Repeater

Hinsichtlich Reichweite stößt ein Router irgendwann einmal einfach an seine Grenzen. Wer dennoch eine höhere Distanz überbrücken oder unliebsame Betonwände "umschiffen" möchte, etwa über mehrere Zimmer, dem sei ein Repeater nahezulegen. Die Funktionsweise dieses kostengünstigen Geräts ist denkbar einfach erklärt: Das empfangene Signal kann in verstärkter Form weitergesendet und auch "umgeleitet" werden.

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