Comeback im Frühling: Castro hat Führung Kubas angeblich wieder in Hand genommen

Nach Krankheits-Pause kehrt Staatsmann zurück Castro erledigt wieder Großteil der Regierungsarbeit

Kubas Revolutionsführer Fidel Castro (80) hat nach Angaben des venezolanischen Präsidenten Chavez acht Monate nach seiner lebensbedrohlichen Erkrankung die Führung des Landes wieder weitgehend in seine Hände genommen. Castro erledige bereits einen großen Teil der Regierungsarbeit, sei aber noch nicht offiziell in die Ämter zurückgekehrt, sagte Chavez in Caracas.

Zuvor hatte Boliviens Präsident Morales berichtet, der 80-jährige Castro werde Ende April wieder in Amt und Würden sein. Als ein anderer Termin für eine wirkungsvolle Rückkehr in die Öffentlichkeit wird in Kuba der 1. Mai genannt. Der Internationale Tag der Arbeit werde auf der kommunistischen Karibikinsel stets groß gefeiert, hieß es.

Allerdings gehen viele Kubaner davon aus, das Fidel sich bald präsentieren, nicht aber seine Ämter wieder übernehmen werde. "Er wird sich zeigen, aber er wird nicht (an die Macht) zurückkehren", sagte ein Einwohner von Havanna. "Fidels Bruder Raul hat die Dinge bestens im Griff und alles ist ruhig."

Chavez machte indessen keine konkreten Angaben über den Gesundheitszustand des Kubaners. Er sagte nur, dass sich Castro inhaltlich den wichtigen Politikbereichen zugewandt habe, wie den Fragen der Energie und der Rohstoffe. Auch kümmere er sich um das venezolanische Projekt des gegen die USA gerichteten lateinamerikanischen Bündnisses ALBA. Eine Rückkehr des 80-Jährigen, der das Land 47 Jahre beherrscht und die Macht Ende Juli 2006 wegen einer Operation in die Hände seines Bruders Raúl (75) gelegt hatte, wird offenbar seit geraumer Zeit öffentlichkeitswirksam vorbereitet.

(apa/red)