CO2-Zertifikate von

Verschmutzung bleibt billig

EU-Parlament lehnt Verknappung ab - Zurückverweisung an den Ausschuss

Verschmutzung: Stockbild © Bild: Thinkstock

Das EU-Parlament hat am Dienstag in Straßburg eine von der Kommission gewünschte Verknappung von CO2-Verschmutzungsrechten mit knapper Mehrheit abgewiesen. Mit 334 gegen 315 Stimmen wurde die Causa an den entsprechenden Parlamentsausschuss zurückgewiesen. Die Ablehnung der Pläne zur Stützung des Marktes für Emissionszertifikate durch das Europäische Parlament hat am Dienstag den Preis für Strom ins Rutschen gebracht.

Bereits im Vorfeld hatte es kontroverse Debatten über die geplante Reform des Handels mit Verschmutzungsrechten gegeben. Dabei ging es um den Vorschlag der Europäischen Kommission, die Emissionszertifikate angesichts rapide sinkender Preise zu verknappen und damit wieder teurer zu machen. Für diese Reform hatte sich im Europaparlament der federführende Umweltausschuss ausgesprochen. Der Industrieausschuss stimmte hingegen mehrheitlich dagegen. Im Plenum ist das Abstimmungsergebnis knapp ausfallen.

Die Unternehmen in der EU müssen für jede Tonne CO2, die sie in die Luft blasen, Zertifikate vorweisen. So sollen sie zu weniger Emissionen und zu energiesparenden Innovationen angehalten werden. Weil der Preis der Verschmutzungsrechte kontinuierlich sinkt, geht diese Rechnung aber nicht auf. Die EU-Kommission hatte daher im November vorgeschlagen, 950 Millionen CO2-Zertifikate erst Jahre später als bisher geplant zu versteigern. So sollen auf dem Markt weniger Scheine gehandelt werden und diese dadurch teurer werden.

CO2-Votum drückt Strompreis auf 8-Jahres-Tief

Der Preis für die Verschmutzungszertifikate ist zuletzt auf 2,80 Euro gefallen. Erwartet hatte die EU ursprünglich Preise um bis zu 30 Euro. Ein teurerer Preis würde Anreize schaffen, in moderne Technologien zu investieren, mit sehr niedrigen Preisen kann mit einer Verschmutzungstechnologie weiter gefahren werden.

Die Ablehnung der Pläne zur Stützung des Marktes für Emissionszertifikate durch das Europäische Parlament hat am Dienstag den Preis für Strom in Deutschland ins Rutschen gebracht. Der Kontrakt zur Lieferung einer Megawattstunde in einem Jahr fiel an der Strombörse EEX um bis zu 3,3 Prozent und war mit 39,50 Euro so billig wie seit Juni 2005 nicht mehr.

Das "Nein" der Euro-Parlamentarier sorgte für einen Kollaps der Kurse für CO2-Zertifikate und damit eines wichtigen Faktors für den Strompreis. Vor diesem Hintergrund gingen auch die Aktien der Versorger in die Knie. RWE und E.ON waren mit Verlusten von 2,5 beziehungsweise 4,6 Prozent die größten Verlierer im Dax. Der österreichische Verbund verlor 3,7 Prozent und an der Börse Helsinki brachen Fortum sogar um mehr als fünf Prozent ein.

Kommentare

Ich übersetze das so:
Der in die Luft geblasene Dreck, der unsere Augen mit Tränen füllt, kommt nur dann, wenn sich Preise erzielen lassen, die selbiges tun. Eine Art Gesamtkunstwerk des Leidens.

Die EU befürwortet den totalen Krieg der Menscheit gegen die eigene Zukunft. Diese Abstimmung wird in der Zukunft als Verbrechen gegen die Menscheit gewertet werden, die Verantwortlichen zur Rechenschaftt gezogen werden, genauso wie sich der fette Gröring in Nürnberg auf der Anklagebank fand.

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