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Entführer Vater des Kindes

Drittes Opfer aus Krankenhaus entlassen - DNA-Test bestätigte Vaterschaft Castros

Cleveland - Entführer Vater des Kindes

Die kleine Tochter der jahrelang in Cleveland gefangen gehaltenen Amanda Berry ist das leibliche Kind des hauptverdächtigen Entführers. DNA-Tests hätten ergeben, dass Ariel Castro der Vater der Sechsjährigen sei, erklärte der Justizminister des Bundesstaats Ohio, Mike DeWine, am Freitag. In dem Fall prüft die Staatsanwaltschaft derzeit, die Todesstrafe für Castro zu fordern.

Die Forensiker hätten nach Erhalt des DNA-Materials am Donnerstag "die ganze Nacht durchgearbeitet", erklärte DeWine. Dem 52-jährigen Castro wird vorgeworfen, Berry sowie Gina DeJesus und Michelle Knight zwischen 2002 und 2004 entführt und jahrelang gefangen gehalten und missbraucht zu haben. Die Frauen waren am Montag aus seinem Haus in Cleveland befreit worden.

Bezirksstaatsanwalt Timothy McGinty sagte, er wolle den Verdächtigen verantwortlich machen "für jeden Akt der sexuellen Gewalt, Vergewaltigung, jeden Entführungstag, jeden verbrecherischen Angriff, alle seine versuchten Morde und jeden Mord, den er durch den Abbruch von Schwangerschaften begangen hat". In Ohio könne die Todesstrafe bei Mord im Laufe einer Entführung verhängt werden. Castros Haus nannte er eine "Folterkammer und privates Gefängnis im Herzen unserer Stadt".

Tochter bricht mit Castro

Castro wird derzeit Entführung und Vergewaltigung in drei Fällen sowie Entführung in einem Fall - dem des Kindes - vorgeworfen. Die Anklage könnte aber erweitert werden: Castro soll unter anderem zumindest eine der Frauen brutal misshandelt haben, um Schwangerschaften zu beenden. Bei der Gerichtsanhörung setzte die Richterin eine Kaution von acht Millionen Dollar (6,1 Millionen Euro) fest, um sicherzustellen, dass Castro nicht vor oder während des Prozesses auf freien Fuß kommt.

Castros Tochter Angie Gregg sagte dem Sender CNN in einem am Freitag ausgestrahlten Interview, sie wolle ihren Vater "nie wieder sehen". Sie habe "kein Problem damit", ihn aus ihrem Leben zu verbannen. Was sie die vergangenen Tage gehört und erfahren habe, sei "wie ein Horrorfilm, in dem wir die Hauptpersonen sind".

Gregg fügte hinzu, dass nun viele Eigenarten Sinn machten, "etwa, wie sehr er sein Haus verriegelt hat" und dass er öfter mal für eine Stunde von einem Familienabend verschwunden sei. Kürzlich habe er ihr zudem auf dem Handy ein Bild eines Mädchens gezeigt, vermutlich Berrys und seine Tochter. Auf Greggs Äußerung, die Kleine habe Ähnlichkeiten mit ihrer jüngeren Schwester, sagte Castro demnach: "Nein, das ist nicht mein Kind. Das ist das Kind einer Freundin von mir."

Letztes Opfer aus Krankenhaus entlassen

Im Entführungsdrama von Cleveland ist auch die dritte der jahrelang gefangen gehaltenen Frauen aus dem Krankenhaus entlassen worden. Die 32-jährige Michelle Knight habe die Klinik im US-Staat Ohio am Freitag verlassen, sagte eine Sprecherin. In einer Erklärung des Spitals im Internetnetzwerk Facebook hieß es, Knight sei bei "guter Laune und sehr dankbar für die Blumen und Geschenke". Sie bitte aber darum, dass nun ihre Privatsphäre respektiert werde.


Knight war am Montag gemeinsam mit Amanda Berry und Gina DeJesus nach jahrelanger Gefangenschaft aus einem Haus in Cleveland befreit worden. Die drei Frauen waren zwischen 2002 und 2004 entführt worden. Knight, die im August 2002 zuletzt gesehen worden war, war damit die längste Zeit in Gefangenschaft. Der Hauptverdächtige in dem Fall ist Ariel Castro, der Besitzer des Hauses.

Berichten des Senders CBS zufolge sagte Knight bei der Polizei aus, "mindestens fünf Mal" in der Zeit ihrer Gefangenschaft schwanger geworden zu sein. Demnach soll Castro sie schwer misshandelt haben, damit sie Fehlgeburten erlitt.

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