"Clearstream"-Affäre vor Gericht: Villepin wegen Rufmordes an Sarkozy angeklagt

Frankreichs Ex-Premier drohen bis zu fünf Jahre Haft Sarkozy selbst tritt im Prozess als Nebenkläger auf

In Frankreich hat einer der spektakulärsten Politikerprozesse der vergangenen Jahre begonnen. Der frühere Premierminister Dominique de Villepin muss sich vor Gericht verantworten, weil er an einer Rufmordkampagne gegen den heutigen Staatschef Nicolas Sarkozy beteiligt gewesen sein soll. Ihm drohen in dem auf einen Monat angesetzten Verfahren bis zu fünf Jahre Haft. Sarkozy selbst tritt in dem Prozess als Nebenkläger auf.

In der sogenannten Clearstream-Affäre waren Sarkozy, weitere Politiker und Industriemanager 2004 durch gefälschte Dokumente in den Verdacht geraten, Schmiergelder aus einem Waffengeschäft erhalten zu haben. Sarkozy sah darin eine Intrige, um ihn auf dem Weg zur Präsidentschaftskandidatur zu stoppen. Villepin hatte damals selbst Ambitionen auf das höchste Staatsamt und lieferte sich mit Sarkozy einen heftigen Machtkampf.

Unter den insgesamt fünf Angeklagten ist auch ein früherer Vize-Präsident des Airbus-Mutterkonzerns EADS, Jean-Louis Gergorin. Ihm wird vorgeworfen, die gefälschten Kontenlisten verbreitet zu haben - möglicherweise, um Rivalen bei Airbus anzuschwärzen. Die Namen von Sarkozy und den anderen soll der EADS-Informatiker Imad Lahoud eingefügt haben. Zudem stehen ein Unternehmensberater und ein Journalist vor Gericht. Der Berater Florian Bourges soll als Grundlage für die Fälschung dienende Kontenlisten des Finanzdienstleisters Clearstream unterschlagen haben. Über den Journalisten Denis Robert sollen sie dann bei Lahoud gelandet sein.

(apa/red)

Kommentare

Große Nationen oder solche, die es sein wollen, brauchen große Schaumschlägereien. Im Endeffekt wird sich wieder herausstellen dass alles im wahrsten Sinne des (französischen ) Wortes eine reine "farce" war.

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