Clearstream-Affäre: Frankreichs Staats-Spitze gerät immer heftiger unter Druck

Mehr belastende Geheimdienst-Notizen veröffentlicht

In der Clearstream-Affäre hat die Pariser Zeitung "Le Monde" weitere Aufzeichnungen des Geheimdienstgenerals Philippe Rondot veröffentlicht, die Premierminister Dominique de Villepin und Präsident Jacques Chirac belasten sollen. Die Notizen aus der Zeit von Ende 2003 bis Mitte 2005 seien belastende Beweise "gegen die höchsten Vertreter der Exekutive", berichtet das Blatt.

Mehrfach werde auf "Anweisungen" Chiracs in der Verleumdungsaffäre um angebliche Schwarzkonten von Politikern Bezug genommen. Villepin wiederum habe Rondot nach dessen Aufzeichnungen immer wieder gedrängt, belastendes Material gegen Innenminister Nicolas Sarkozy zu finden.

Die Namen Sarkozys und anderer Politiker waren im Juni 2004 auf einer der französischen Justiz zugespielten Liste mit mutmaßlichen Schwarzgeldkonten bei der luxemburgischen Deutsche-Börse-Tochter Clearstream aufgetaucht. Eine Überprüfung ergab, dass die Liste gefälscht war. Villepin soll Rondot schon im Jänner 2004 befohlen haben, Sarkozy auszuforschen, um belastendes Material gegen seinen langjährigen Rivalen in die Hand zu bekommen. Villepin bestreitet dies vehement.

(apa/red)