Citibank-Fonds und Gazit übernehmen MEL:
Deal über 800 Mio. € unter Dach und Fach

Neue Eigentümer peilen Anteile von 20 bis 30 % an Abschluss des Verkaufs für zweites Quartal geplant

Der langerwartete Investor für die börsenotierte Immogesellschaft Meinl European Land (MEL) ist da. Über einen 800 Mio. Euro schweren Deal - davon 500 Mio. Euro Wandelschuldverschreibung und 300 Mio. Euro Emission von MEL- Zertifikaten - steigen internationale Fonds ein.

Es wurde vereinbart, dass ein von der Citibank gemanagter Immobilienfonds, Citi Property Investors (CPI), und der in Tel Aviv börsenotierte Immobilieninvestor Gazit-Globe Limited ein "strategisches Investment von bis zu 800 Mio. Euro in MEL tätigen", teilten die Vertragspartner mit. Zudem wird die Managementstruktur der MEL geändert.

Abschluss im zweiten Quartal
Der Verkauf der Meinl European Land (MEL) an die Citibank-Immobiliengesellschaft CPI und an die internationale Investmentgesellschaft Gazit-Globe soll im zweiten Quartal abgeschlossen werden. Bis dahin soll auch die Hauptversammlung der MEL den Deal abgesegnet haben, erklärte die Meinl Bank in einer Presseaussendung.

20 bis 30 Prozent Anteile
Das Engagement der neuen Miteigentümer bei Meinl European Land (MEL) wird schrittweise über die nächsten Jahre erfolgen. Zunächst werde die Citibank-Immobiliengesellschaft CPI und die internationale Investmentgesellschaft Gazit-Globe nur geringe Anteile halten, die sich bis zum Ende des Prozesses in einer Größenordnung zwischen 20 und 30 Prozent bewegen könnten, erfuhr die APA von einem dem Prozess nahestehenden Investmentbanker.

"Ideale Lösung für MEL"
Meinl Bank-Aufsichtsratspräsident Julius Meinl sprach darin von einer "idealen Lösung für MEL". Gleichzeitig sei die Lösung "unter den herrschenden Marktbedingungen einem hervorragender Deal für die MEL-Investoren". Das MEL-Portfolio solle unter den neuen Partnern weiter entwickelt werden. Er gehe davon aus, dass Wert des Unternehmens dadurch nachhaltig steigern werde, so Julius Meinl.

Mit der Transaktion setzt die MEL jetzt auch den von den Investoren lange verlangten Umbau der Managementstruktur um. Das Management werde "internalisiert", hieß es. Die bei den Investoren höchst umstrittene externe Managementgesellschaft Meinl European Real Estate Ltd. (MERE), an die die MEL regelmäßige Managementgebühren entrichten musste, soll noch für die Dauer von einer zwölfmonatigen Übergangsfrist beratend weiterwerken. Darüber hinaus haben die MERE und Meinl Bank ein dreijähriges Konkurrenzverbot mit MEL vereinbart. Im Gegenzug dazu erhielten MERE und Meinl Bank 280 Mio. Euro, erklärte die Meinl Bank. Ein signifikanter Teil davon werde aber in die MEL reinvestiert, hieß es.

Die MEL mit Sitz auf der Kanalinsel Jersey war im vorigen Sommer wegen der Management-Verträge, aber auch wegen sogenannten Partly Paid Shares, deren Eigentümer nach wie vor unbekannt sind, und einem erst im Nachhinein bekanntgewordenen massiven Aktienrückkauf unter heftigen Beschuss der Anleger geraten. Die Wiener Börse hat MEL darauf im Vorjahr per 21. Dezember aus dem obersten Handelssegment verbannt, weil das Unternehmen nach ihrer Ansicht "durch unzureichende Information Interessen des Prime Markets und dessen Teilnehmer verletzt" hatte. Es war der erste derartige Fall für den Wiener Finanzplatz.

(apa/red)