"Ciao Adele! Hallo Agnes?" 5 Klimt-Bilder abtransportiert & auf dem Weg in die USA

Entscheidung um Nachfolge des Belvedere-Direktors<br>Klimt-Bilder kommen ins L. A. County Museum Of Art KLICKEN: Um diese Bilder wurde jahrelang gestritten

Kommen und Gehen in der Österreichischen Galerie Belvedere. Am Dienstag hieß es endgültig "Ciao Adele!": Die restituierten Klimt-Gemälde aus der Österreichischen Galerie Belvedere sind seit gestern auf dem Weg in die USA. Am Freitag könnte es wiederum "Hallo Agnes!" heißen: Denn an diesem Tag will die für Bundesmuseen zuständige Bildungsministerin Elisabeth Gehrer über die Nachfolge von Direktor Gerbert Frodl entscheiden. Als Favoritin gilt die ehemalige Chefin des Salzburger Rupertinums und des Museums der Moderne am Mönchsberg, Agnes Husslein. Das Kuratorium will sich nun ein Urteil über die Kandidaten bilden und sich auf einen Namen einigen.

Auch der Leiter des steirischen Landesmuseums Joanneum, Peter Pakesch, war Anfang März zu einem zweiten Hearing geladen worden. Wie Ministerin Gehrer am Mittwoch gegenüber der APA betonte, werde sie sich die Stellungnahme des Kuratoriums des Museums am Freitag nach dem Ende des informellen Treffens der EU-Bildungsminister ansehen und voraussichtlich noch an diesem Tag ihre Entscheidung bekannt geben. Insgesamt hatten sich 13 Personen für den Posten beworben.

Klimt-Bilder jetzt im L.A. County Museum Of Art
Am Dienstag wurden die fünf Klimt-Bilder, die den Erben nach Bloch-Bauer zurückgegeben wurden, von einer Transportfirma abgeholt. Sie sollen zunächst im Los Angeles County Museum Of Art (LACMA) gezeigt werden. Beim Abtransport der Klimt-Bilder aus der Österreichischen Galerie seien die Belvedere-Mitarbeiter, das Bildungsministerium und das Bundesdenkmalamt "sehr kooperativ" gewesen, meinte der Anwalt der Bloch-Bauer-Erben, E. Randol Schoenberg, in einem Statement gegenüber der APA.

Die Entscheidung der Bloch-Bauer-Erben über die Zukunft der fünf Klimt-Bilder, die nun die Österreichische Galerie Belvedere verlassen haben, ist laut Schoenberg noch nicht gefallen. "Wir haben unsere Anstrengungen auf den Abtransport der Gemälde konzentriert, was die Beschäftigung mit komplizierten Fragen des Verpackens und der Versicherung nötig machte. Daher hatten wir noch keine Zeit für weitere Diskussionen, was letztendlich mit den Gemälden passieren wird", schilderte der Anwalt.

Bemühungen um Ankauf gehen jedoch weiter
Die Bemühungen um einen Ankauf für Österreich gehen jedoch weiter. Der Wiener Galerist John Sailer, der eine Initiative zur Gründung einer privaten "Österreichischen Kulturstiftung" angeregt hatte, berichtete von vielen zum Teil sehr positive Gesprächen mit Banken und Unternehmen, um eines oder mehrere der Bilder anzukaufen. "Unsere Bemühungen um einen Ankauf eines oder mehrerer Gemälde, insbesondere eines der beiden Bloch-Bauer Porträts, werden trotzdem weitergehen", so Sailer. Auch wenn es wohl keine unbeschränkte Frist für einen Ankauf gebe, rechne er auf Grund seiner Gespräche mit Randol Schoenberg, dem Anwalt von Bloch-Bauer Erbin Maria Altmann, nicht mit einer unmittelbar bevorstehenden Entscheidung für einen anderweitigen Verkauf oder eine Versteigerung der Gemälde. "Dafür braucht es die Zustimmung aller Erben, das geht nicht so rasch, und eine Auktion muss auch längere Zeit vorbereitet werden." Dass die Bilder jetzt einmal aus der Österreichischen Galerie weggebracht wurden, sei sogar gut. "So kann zumindest keine schlechte Optik entstehen", meinte Sailer.

Bei den Bildern handelt es sich um die Gemälde "Adele Bloch-Bauer I", "Adele Bloch-Bauer II", "Apfelbaum", "Buchenwald/Birkenwald" und "Häuser in Unterach am Attersee". Der langjährige Rechtsstreit zwischen den Erben und der Republik Österreich wurde im Jänner durch einen Schiedsspruch zu Gunsten der Erben um Maria Altmann entschieden. Im Februar hatte die Bundesregierung beschlossen, das der Republik eingeräumte Vorkaufsrecht nicht wahrzunehmen. Diverse Rückkauf-Aktionen von anderer Seite waren bisher nicht von Erfolg gekrönt. (apa/red)