CIA-Affäre in USA: Bush räumt Freigabe
geheimer Informationen über Irak ein

US-Präsident: "Ich dachte, es ist sinnvoll" Sinkende Umfragewerte und wachsender Widerstand

US-Präsident Bush hat am Montag erstmals persönlich eingeräumt, die Weitergabe von Geheimdienstinformationen aus dem Irak an die Medien genehmigt zu haben. "Ich dachte, es ist sinnvoll, damit das Volk die Wahrheit erkennen kann. Daher habe ich das Dokument freigegeben", sagte Bush über die umstrittene Veröffentlichung einer Studie, in deren Folge eine CIA-Agentin enttarnt wurde.

Bush selbst hatte das Herausgeben von Geheiminformationen zuletzt scharf verurteilt. Dem US-Präsidenten vorgeworfen, einen politischen Vorteil aus der selektiven Freigabe vertraulicher Informationen gezogen zu haben.

Bush sieht sich sinkenden Umfragewerten und wachsendem Widerstand gegen seine Irak-Politik ausgesetzt. Hinzu kommen innerparteiliche Auseinandersetzungen bei den Republikanern, die bei den Wahlen im November ihre Mehrheiten in Senat und Repräsentantenhaus verteidigen wollen.

In der Affäre um die Enttarnung der Agentin steht der frühere Stabschef von Vizepräsident Dick Cheney, Lewis Libby, vor Gericht. Er hatte am Donnerstag ausgesagt, Bush selbst habe die Weitergabe geheimer Informationen über den Irak an die Medien genehmigt. Bush wurde daraufhin von den Demokraten scharf kritisiert. Diese warfen dem Präsidenten Scheinheiligkeit vor.

Am Montag bekamen oppositionelle demokratische Kritiker auch Schützenhilfe aus Bushs republikanischer Partei. Der republikanische Senator von Pennsylvania, Arlen Specter, forderte Bush auf, "dem amerikanischen Volk genau zu sagen, was passiert ist".

(apa/red)