Chronik von

Ein Mord, den jeder begeht

Chronik - Ein Mord, den jeder begeht © Bild: News/Ricardo Herrgott

Vom Leben desillusioniert, suchten Renate, 53, und Wilhelm gemeinsam noch einmal das Glück. Als es mit ihm zu Ende ging, zog sie die lebenserhaltenden Schläuche. So, sagt sie, sei es vereinbart gewesen. Aber – ist sie nun eine Mörderin? In News spricht sie nun erstmals über eine Gratwanderung zwischen Moral und Recht.

Renate erinnert sich, als wäre es gerade erst gestern gewesen: der verrauchte Musikclub, irgendwo in den Tiefen des 15. Bezirks. Die Wiener Formation Fisherman and Friends, die dort in jener Nacht im April 2011 aufspielte. Renate, damals 45, saß mit einer Freundin an der Bar, und die leicht abgewetterten Musikanten intonierten soeben eine Coverversion von „Have I told you lately that I love you“, als sich Wilhelm aus dem hintersten Eck des Lokals in ihre Richtung aufmachte. „Es war zwar die klassische Aufrisssituation, aber er hat mich in ein sehr nettes Gespräch verwickelt, und ich habe mich in seiner Gesellschaft sofort wohlgefühlt“, sagt Renate.

Klar, der grau melierte, etwas verlegen schmunzelnde Mann aus dem Nichts, der da für Renate wie selbstverständlich einen weiteren Aperol rderte, war wesentlich älter als sie, nämlich 65, und, wie sie einräumt, „beileibe kein Adonis“. Doch, dachte sie damals wie heute, was bedeutet schon der äußere Schein? Renates bisherige Beziehungen hatten sie gelehrt, dem optischen Reiz zu misstrauen. „Und Wilhelm hat mir von Anfang an das Gefühl gegeben, wirklich an mir und meinem Leben interessiert zu sein.“

Lesen Sie die ganze Reportage in der aktuellen Ausgabe von News 37/2019!