Christiane Tauzher über verjährten Sex mit Romy: Dichtung oder Wahrheit?

V or 44 Jahren soll also unsere Romy Schneider mit dem deutschen Sexpapst Oswalt Kolle in Kitzbühel getechtelmechtelt haben. So behauptet dieser zumindest in seiner demnächst erscheinenden Biografie. „Es war die große Leidenschaft“, schreibt er da, „sie war in der Liebe genauso wie als Schauspielerin: unbefangen und frei. Umwerfend.“ Die „Bild“-Zeitung, freudig erregt, widmete dem späten Liebesouting des 80-Jährigen eine ganze Seite und titelte in dicken Lettern: „Mein Sex mit Romy Schneider“. Herr Kolle wiegt sich in Sicherheit, denn ob es damals wirklich so umwerfend zur Sache ging, wissen nur er und sie. Und sie starb 1982. Anlässe, Jubiläen und Feierlichkeiten, um die heimlichen Love-Story en detail medial auszubreiten, hätte es seit Romys Tod Dutzende gegeben.

Mit der Zündung des Feuerwerks bis zum Erscheinen der Biografie zu warten hat einen schalen Beigeschmack. Aber der Mann ist ein alter Medienprofi, als ehemaliger Chefredakteur der „Star Revue“ weiß er, wie die Branche funktioniert. Biografien gibt es wie Sand am Meer, man muss schon ein Zuckerl auswerfen, um das Interesse der Meute zu wecken. Das Kolle-Zuckerl heißt „Sex mit Romy“. Das fährt. Auch wenn es am Gaumen kleben bleibt.