Christian Pongratz von

Betriebsdesaster leicht gemacht!

Anleitungen zur effektiven und nachhaltigen Zerstörung von Unternehmen

Untergang eines Unternehmens © Bild: Corbis

Es ist der heimliche Wunsch vieler frustrierter Mitarbeiter in Österreich: Der Untergang des Arbeitgebers. Wenn ein Unternehmen aufhört zu existieren und die Beschäftigten von einem Tag auf den anderen auf der Straße stehen, endet das oftmals aber als Tragödie. Dr. Dr. Christian Pongratz hat sich als Unternehmensberater und Wirtschaftskabarettist dennoch das Ziel gesetzt, das Thema mit Humor anzugehen. Der Kärntner hat das Buch "betriebsDESASTER – Anleitung zum Untergang" geschrieben, in dem er mit viel Witz erklärt, wie man ein Unternehmen am besten den Bach hinunter gehen lässt. Mit NEWS.AT hat Pongratz über sein Buch und seine Empfehlungen für den Untergang gesprochen.

NEWS.AT: Herr Pongratz, was war ihre Motivation dieses Buch zu schreiben?

Christian Pongratz: Ich wollte mein bestehendes Wirtschaftskabarett Betriebsdesaster "wissenschaftlich unterfüttern". Anstoß zur Publikation kam von einem Freund, der meinte, dass ich ein Buch schreiben müsse. Ich hatte keine Ausrede und begann am nächsten Tag.

NEWS.AT: Woher haben Sie die Expertise über Betriebsdesaster? Wurden Sie in ihrem Berufsleben selbst oft Zeuge ambitionierter Versuche, ein Betriebsdesaster anzuleiern?

Christian Pongratz: Ja, als Unternehmensberater durfte ich mitunter Betriebsdesaster in verschiedenen Entwicklungsstufen erleben, von zaghaften Anfängen bis zu deren Vollendung. Ich sah „Helden des Desasters“, die mit vollem Einsatz am Untergang gearbeitet haben, um mit kurzem Anlauf in den wirtschaftlichen Abgrund zu springen.

»„Griechen sind Desaster-Profis“«

NEWS.AT: Wie schlägt sich Österreich ihrer Meinung nach im internationalen Vergleich? Sind wir erfolgreiche Betriebszerstörer?

Christian Pongratz: Wir stehen ganz OK da, ich positioniere uns Österreicher im Mittelfeld. Echte Stars sind die Griechen. Die Hellenen schaffen es, eine gesamte Volkswirtschaft zu vernichten. Diesen Desaster-Profis reicht ein einfaches Betriebs-Desaster nicht mehr, sie machen bereits den Schritt zum Staatsdesaster. Das ist eine neue Dimension! Auch wir können davon viel lernen.

NEWS.AT: Gibt es einen Königsweg zum Betriebsdesaster? Sprich, wie ruiniert man ein Unternehmen am schnellsten?

Christian Pongratz: Halten Sie sich als Führungskraft für den unübertroffen Besten.
1)Niemand im Unternehmen kann oder weiß so viel wie Sie!
2) Sehen Sie Ihre Mitarbeiter als minderwertige Subjekte, Befehlsempfänger oder Arbeitssklaven, je nach Lust und Laune.
3) Ignorieren Sie den Markt! Weder die Lieferanten, noch die Konkurrenz und schon gar nicht die Kunden sind es wert, dass man sich mit ihnen befasst. Ahnungslose Stümper, wohin man auch blickt.

»„Das Desaster ist in der Führungsetage zu Hause“«

NEWS.AT: Weshalb sind Führungskräfte besonders geeignet Unternehmen in den Untergang zu führen?

Christian Pongratz: Manager haben ob ihrer Macht im Unternehmen die Funktion von Multiplikatoren, was sie zu Hauptdarstellern des Betriebsdesasters macht. Das Desaster ist in der Führungsetage zu Hause.

NEWS.AT: Worauf muss bei der Auswahl von Führungskräften und Mitarbeitern geachtet werden, um besonders rasch in den Untergang zu steuern?

Christian Pongratz: Nehmen Sie niemanden auf, der etwas kann oder weiß, was Sie als Führungskraft nicht besser können oder wissen. Bedingungslose Ja-Sager eignen sich optimal, Kandidaten mit eigener Meinung sollte man bereits beim Vorstellungsgespräch identifizieren und sogleich nach Hause schicken.

NEWS.AT: Wer sind die größten Störfaktoren beim Weg in den Untergang? Was kann man gegen diese tun?

Christian Pongratz: Ich warne eindringlich vor Widerstandsnestern in Unternehmen, in denen sich eigen-motivierte Mitarbeiter zusammentun, um sich dem Untergang entgegenzustemmen. Von diesen Saboteuren droht höchste Gefahr für den Absturz. Hier gilt es schnell zu handeln und diese Leute ehestmöglich aus dem Unternehmen zu entfernen. Rigoroses Vorgehen ist geboten, wehren Sie den Anfängen!

»„Nichts hören, nichts sehen und nichts sagen“«

NEWS.AT: Wenn man als Mitarbeiter Zeuge eines Betriebsdesasters wird, gibt es eine Möglichkeit das Ruder herumzureißen?

Christian Pongratz: Als bekennender und praktizierender Unternehmenszerstörer sage ich: Wer ein Desaster erkennt, sollte dieses durch eigenen Einsatz fördern, oder die Entwicklung zumindest nicht stören. Denken Sie an die drei Affen, nichts hören, nichts sehen und nichts sagen!

NEWS.AT: Wie können Betriebsdesaster verhindert werden?

Christian Pongratz: Da müssen Sie andere Experten fragen, ich kenne mich nur mit der Schaffung und Förderung von Betriebsdesastern aus.

NEWS.AT: Denken Sie ihr Buch kann helfen, Betriebszerstörungen zu verhindern?

Christian Pongratz: Nur wenn es jemand falsch versteht und die Anleitung zum Untergang nicht exakt befolgt. In diesen Fällen kann man mich auch direkt kontaktieren, ich garantiere die Katastrophe: www.betriebsdesaster.cc

Das Buch „betriebsDESASTER“ ist bei durchdacht.cc erschienen.

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